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Beweise gegen Beckenbauer

DFB findet Unterschrift unter brisantem Vertrag vor WM 2006

Eine brisanter Vertragsentwurf bringt Franz Beckenbauer und den DFB in Bedrängnis. Ein Bestechungsversuch 2006 wird damit wahrscheinlicher.

11.11.2015
  • DPA

Frankfurt Die Unterschrift unter einen brisanten Vertrag rückt Franz Beckenbauer in den Fokus des Skandals um die WM 2006 und legt einen deutschen Bestechungsversuch bei der Vergabe nahe. In der von Beckenbauer unterzeichneten Vereinbarung seien der Konföderation des früheren Fifa-Vizepräsidenten Jack Warner "diverse Leistungen" von deutscher Seite zugesagt worden, sagte Rainer Koch, Interimspräsident des Deutschen Fußball-Bunds (DFB).

Dies seien "keine direkten Geldleistungen" gewesen, sondern unter anderem Vereinbarungen über Spiele, Unterstützung von Trainern beim Kontinentalverband Concacaf oder Ticketzusagen für WM-Spiele an Warner selbst, erklärte Koch. Es bestehe keine Erkenntnis, ob dieser Vertrag, der vier Tage vor der WM-Vergabe im Jahr 2000 datiert, in Kraft getreten sei. Beckenbauer sei als damaliger Präsident des Bewerbungskomitees nicht allein vertretungsberechtigt für den DFB gewesen. Daher seien alle Absprachen abhängig von einer Zustimmung des DFB-Präsidiums gewesen.

Angesichts der Unterschrift von Beckenbauer geht auch der Deutsche Fußball-Bund von einem möglichen Bestechungsversuch aus. "Das muss man so werten, dass zumindest über diese Fragen nachgedacht worden ist", sagte Reinhard Rauball, der vorerst gemeinsam mit Koch den DFB führt. Zuvor hatten "Bild" und "Süddeutsche Zeitung" über die Unterschrift Beckenbauers berichtet. Der Beckenbauer-Vertraute Fedor Radmann, später auch Mitglied des Organisationskomitees, soll den Entwurf demzufolge paraphiert haben. Das Management von Beckenbauer wollte diese Berichte zunächst auf Anfrage nicht kommentieren.

Warner war Ende September lebenslang von der FIFA-Ethikkommission gesperrt worden. Der Funktionär aus Trinidad und Tobago galt als eine der korruptesten Figuren im Weltfußball. Die Verbindung zu Warner bringt Beckenbauer in große Erklärungsnot.

Rauball forderte Beckenbauer auf, Stellung zu nehmen - sieht aber nur geringe Chancen auf eine andere Deutung des Entwurfs. "Mit der Unterschrift und mit dem vorformulierten Vertragstext ist es schwierig, da etwas auszuräumen", sagte der Ligapräsident. "Aber ich würde mich freuen, wenn er sich dazu äußert."

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11.11.2015, 12:00 Uhr

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