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Bundestag

DFB strebt einen Neuanfang an

Nach der Razzia 2015 will der Deutsche Fußball-Bund mehr Transparenz.

03.11.2016
  • SID

Erfurt. Den Neuanfang am Jahrestag der tiefsten Krise lässt sich selbst die Kanzlerin nicht entgehen. Genau zwölf Monate nach der weltweit beachteten Razzia beim Deutschen Fußball-Bund sitzt Angela Merkel beim Festakt des DFB-Bundestages heute in der ersten Reihe – und die „Chefin“ wird genau zuhören, welche Konsequenzen aus dem unsäglichen Skandal um die Heim-WM 2006 gezogen werden.

„Wir tun alles, was man als Sportfachverband tun kann, um unsere Kontrollmechanismen zu verstärken, Transparenz einzufordern und das umzusetzen, was wir versprochen haben“, sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel, dessen Wiederwahl während der Plenarsitzung morgen auch nach der Vertragsverlängerung mit Bundestrainer Joachim Löw nur Formsache ist.

Segnen die Delegierten den Antrag ab, wird eine eigene Ethikkommission samt Ethikcode installiert. Neue Compliance-Mechanismen sollen neue Skandale verhindern. „Die Ethikkommission soll in Fällen illegaler oder unethischer Verhaltensweisen aktiv werden, die der Integrität und dem Ansehen des DFB schaden“, steht in Grindels Jahresbericht. Die fünf unabhängigen Ermittler, die vom Bundestag gewählt werden, können auf eigene Faust tätig werden. Im Unterschied zum Weltverband Fifa erfolgt die Rechtsprechung aber nicht durch eine zweite unabhängige Kammer, sondern über das verbandseigene Sportgericht. Der DFB-Ethikcode umfasst sieben Punkte – es geht unter anderem um Integrität, Transparenz und Solidarität.

Anträge umfassen 300 Seiten

„Es wurde in den vergangen Monaten intensiv gearbeitet, es gibt mit Blick auf unsere Ankündigungen keine offene Baustelle mehr“, sagte Grindel, der Mitte April zum Nachfolger des inzwischen gesperrten Wolfgang Niersbach aufgestiegen war. Beim Bundestag werden mehrere, auch strukturelle Veränderungen auf den Weg gebracht. Die Anträge umfassen rund 300 Seiten.

„Die Hauptaufgabe nach dem Bundestag im April war es, deutlich das Signal zu setzen, dass wir durchgreifende Konsequenzen aus der Affäre ziehen und wir uns neu aufstellen“, sagte Grindel: „Es gibt drei große Zukunftsprojekte: Der Masterplan Amateurfußball, die Bewerbung um die Euro 2024 und der Neubau des DFB mit seiner Akademie in Frankfurt.“ Alle drei Projekte könnten zu Mammutaufgaben werden. sid

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03.11.2016, 06:00 Uhr

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