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DGB verliert weiter an Mitgliedern
Macht sich Sorgen: Reiner Hoffmann. Foto: dpa
Erwerbstätige

DGB verliert weiter an Mitgliedern

Immer weniger Arbeitnehmer sind gewerkschaftlich organisiert. Der Rückgang beschleunigt sich.

17.01.2017
  • DIETER KELLER

Berlin. Die Zahl der Erwerbstätigen erreicht immer neue Rekordhöhen, doch immer weniger sind gewerkschaftlich organisiert: Die acht Mitgliedsgewerkschaften des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) hatten Ende 2016 noch 6,03 Mio. Mitglieder. Das waren etwa 55 000 weniger als ein Jahr zuvor. Es gelinge ihnen aber immer noch, täglich 800 Beschäftigte zu gewinnen, sagte der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann in Berlin. Die Gewerkschaften seien das „mit Abstand größte politische Netzwerk“.

Gegenüber den Jahren zuvor hat sich der Rückgang beschleunigt: 2015 hatten die DGB-Gewerkschaften unterm Strich nur 9000 Mitglieder verloren. Nach Hoffmanns Worten kämpfen sie insbesondere mit zwei Problemen: Immer mehr junge Leute studieren; sie sind schwerer ansprechbar als Lehrlinge. Zudem arbeiten 22 Prozent der Arbeitnehmer im Niedriglohnsektor. „Die laufen nicht gerade in Scharen zu uns“, bekannte der DGB-Chef. Zudem beklagte er die zunehmende Flucht von Unternehmen aus Tarifverträgen. Nur noch 60 Prozent der Arbeitnehmer seien in Betrieben mit Tarifbindung beschäftigt.

Forderung nach Politikwechsel

Angesichts von Rechtspopulismus und Europa-Müdigkeit forderte Hoffmann im Bundestags-Wahljahr einen grundlegenden Politikwechsel „hin zu mehr sozialer Gerechtigkeit und sozialer Sicherheit“. Das sei die Voraussetzung dafür, den Menschen die Angst vor der Arbeit der Zukunft zu nehmen. „Niemand wird Globalisierung und Digitalisierung aufhalten“, weiß Hoffmann. Es gehe darum, die Bedingungen zu gestalten. „Angesichts von immer mehr Flexibilität und Entscheidungsspielräumen brauchen wir mehr Mitbestimmung, mehr Demokratie in den Betrieben.“

Zudem bekräftigte der DGB seine Forderung nach einer Stabilisierung des Rentenniveaus bei 48 Prozent. In einem weiteren Schritt müsse es auf 50 Prozent angehoben werden, forderte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach. Dieter Keller

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17.01.2017, 06:00 Uhr

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