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Werkrealschule macht dicht

Dafür kommt an der Altheimer Grundschule die Ganztagsbetreuung

Altheim ist ein Paradebeispiel, dass sich die Schullandschaft ändert. Die Werkrealschule wird geschlossen, dafür wird die Grundschule zur Ganztagsschule. Die Kosten für die Stadt sind überschaubar: Rund 10 000 Euro fallen für Verschönerungsarbeiten an.

25.07.2015
  • dagmar stepper

Horb. Die Zahlen sprechen für sich: Zum Schuljahr 2014/15 und 2015/16 lag für die Werkrealschule keine einzige Anmeldung vor. „Die Werkrealschule muss aufgelöst werden“, informierte Rektorin Bianca Brissaud den Gemeinderat. Auch die Außenstelle der Grundschule in Grünmettstetten wird dichtgemacht. Nach den Sommerferien besuchen die Schüler die Altheimer Schule. Brissaud hatte aber auch gute Neuigkeiten: Die Altheimer Grundschule soll zur Ganztagsschule ausgebaut werden. Sie umriss die Vorteile: „Durch die Werkrealschule haben wir viele Erfahrungen. Wir müssen nichts neu erfinden.“ Und die Räume – samt Mensa – stehen auch zur Verfügung.

In Altheim besuchen derzeit 84 Kinder die Schule, in Grünmettstetten 28. Knapp 40 Prozent der Eltern wollen die Ganztagsbetreuung, berichtete Brissaud. Die Eltern wünschen sich eine Betreuung an drei Tagen für jeweils sieben Stunden. Montags sind kurzfristige Angebote wie Sport, Basteln oder Kochen eingeplant. Diese Programmpunkte werden immer wieder neu gewählt, damit die Kinder mehrere Interessensbereiche kennen lernen. Dienstags sind mittelfristige Angebote wie Versuche, Technik oder größere Bastelarbeiten angedacht. Pädagogische Inhalte und der Lerneffekt stehen dabei im Vordergrund. Der Mittwoch gehört den Langzeitangeboten wie Theater, Chor und Tanz sowie den Vereinen. Am Ende dieser Projekte sind auch Aufführungen eingeplant. Hier lernen die Kinder, bei einer Sache zu bleiben. Generell sind die Angebote im schulischen, sportlichen, kreativen, technischen und kulturellen Bereich angesiedelt. Die Ganztagsbetreuung umfasst Lernen, Hausaufgaben und Mittagessen. „Wir streben eine Betreuung von morgens bis in den späten Nachmittag an“, sagte Oberbürgermeister Peter Rosenberger.

Das Schulgebäude soll im Laufe der Jahre zum Ganztagsbetrieb umfunktioniert werden. Räume, die noch von der Werkrealschule genutzt werden, dienen dann als Ruheräume, Spielzimmer oder Lesezone, die Schulküche wird zur Mensa umgebaut. Wie Doris Albert (sie ist in Horb für die Schulen zuständig) auf Nachfrage der SÜDWEST PRESSE erläuterte, kommen rund 10 000 Euro an Kosten auf die Stadt zu. Es handelt sich hautsächlich um „Verschönerungsarbeiten“, wie eine neue Sofaecke. Die zusätzlichen Kosten für die Betreuung werden vom Land getragen. Ziel der Landesregierung ist es, bis 2023 70 Prozent der Grundschulen zu Ganztagsschulen auszubauen und 50 Prozent der Schülern einen Ganztagsplatz zu bieten. Dafür werden entweder die Lehrer-Wochenstunden aufgestockt oder die Schulen können sich diese Stunden ausbezahlen lassen und sie für freie oder Vereinsangebote verwenden. In Altheim funktioniert die Zusammenarbeit mit Vereinen bereits gut, sie soll mit der Ganztagsbetreuung ausgebaut werden.

Der Gemeinderat befürwortete das Ganze. „Das pädagogische Konzept ist sehr gut“, meinte Andreas Bronner (CDU). Allerdings bedauerte er die Schließung der Werkrealschule sehr – die Schule, an der er selbst mal Schulleiter war. „Die Werkrealschule ist eine gute Schulart, die von Handwerkern und Dienstleistern geschätzt wird.“ Doch sei es eben der Trend: Von den einst vier Werkrealschulen in der Region schließz mit Altheim die letzte,

Dafür kommt an der Altheimer Grundschule die Ganztagsbetreuung

Wer löst die Altheimer Werkrealschule auf? Das Regierungspräsidium (RP) Karlsruhe oder die Stadt? Mit dieser Frage musste sich der Horber Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung beschäftigen. Dass sie wegen der fehlenden Anmeldungen keine Zukunft mehr hat, daran konnte auch der Gemeinderat nicht rütteln. Doch war sich das Gremium einig, diesen Schritt dem Regierungspräsidium zu überlassen. „Wir sind bisher zu allen Schulstandorten gestanden“, sagte OB Rosenberger. Andreas Bronner pflichtete ihm bei: „Wir sollten diese Entscheidung nicht selbst treffen, sondern dem RP überlassen.“ Wenn die Stadt nichts unternimmt, wird das RP die Werkrealschule zum Schuljahr 2017/18 auflösen.

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25.07.2015, 12:00 Uhr

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