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Daimler trotzt schlechten Neuigkeiten
Ist optimistisch: China-Vorstand Hubertus Troska. Foto: Daimler
China

Daimler trotzt schlechten Neuigkeiten

Luxussteuer, geringere Förderung, staatliche Direktive: Der wichtigste Automarkt wird ungemütlicher.

07.12.2016
  • THOMAS VEITINGER

Stuttgart. Wenn Mut und Optimismus zusammenhängen, dann muss Hubertus Troska ganz schön mutig sein. Der China-Vorstand von Daimler (Stuttgart) war für die Absatzentwicklung in diesem Jahr optimistisch, obwohl einiges dagegen sprach. Und er ist für die Entwicklung 2017 in dem Land wiederum zuversichtlich, obwohl scheinbar besorgniserregende Zeichen vom weltgrößten Automarkt kommen. „In der Summe bin ich positiv gestimmt“, gibt sich Troska überzeugt.

Noch zu Jahresanfang sah es in dem wichtigsten Einzelmarkt von Daimler nicht gerade rosig aus. Eine Wachstumsdelle hatte den Autobauer aufgeschreckt. Doch ein gut laufender Immobilienmarkt, eine stabile Börse und ordentliche Umsätze etwa im Handel und IT-Sektor führten zu genug Kaufkraft, damit Daimler bis Ende November mit 430 000 Fahrzeugen fast ein Drittel mehr in China absetzen konnte.

Doch nun laufen die Steuererleichterungen für kleinere Motoren bis zu 1,6 Liter zur Ankurbelung des Absatzes aus. Dazu kommt eine Luxussteuer, die einen Maybach etwa um 20 000 EUR verteuert. Vor allem aber müssen Autobauer von 2018 an für 8 Prozent ihrer in China abgesetzten Wagen Kreditpunkte sammeln, also Autos mit Elektromotor verkaufen. 2019 soll der geforderte Anteil auf 10 Prozent klettern, ein Jahr später auf 12 Prozent. Doch auch das scheint Troska nicht zu schocken. Die Luxussteuer halte reiche Chinesen nicht unbedingt vom Kauf ab. Kleineren Motoren spielten keine entscheidende Rolle. Vor allem könnte es sich die Regierung noch kurzfristig eine Woche vor dem Jahreswechsel anders überlegen: „Wir haben keine Ahnung, was passiert“, sagt der Vorstand.

Klar sei, dass China die reine Elektromobilität wolle. Im vergangenen Jahr waren mit 188 000 Elektroautos drei Mal so viele E-Autos verkauft worden wie im Jahr zuvor. Daimler plant die reine Elektromarke EQ. Zusammen mit dem chinesischen Partner BYD wird schon jetzt das E-Auto Denza produziert. „Es ist für uns wichtig, damit Erfahrungen zu sammeln“, sagte Troska. „Unser Ziel ist es aber, den Mercedes unter den Elektrofahrzeugen zu entwickeln.“ Thomas Veitinger

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07.12.2016, 06:00 Uhr

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