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Damit das Kind nicht durchs Auto fliegt
So soll es nicht aussehen: Dieser Kindersitz löst sich beim Test vom Sitz und wird mit dem Kind nach vorne geschleudert. Foto: ADAC e.V.
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Damit das Kind nicht durchs Auto fliegt

Experten geben Tipps, wie man den richtigen Autositz für den Nachwuchs findet. Probesitzen ist dabei ein Muss.

17.01.2017
  • CAROLINE STRANG

Ulm. Lieber einen Joie i-Gemm, einen Kiddy Evo-Luna oder doch einen Besafe iZi Kid X2? Ein wenig klingen die Namen vieler Kinderautositze wie der Versuch einer Kommunikation mit Außerirdischen. Ähnlich hilflos wie bei einem solchen fühlen sich viele Eltern angesichts der Vielfalt auf dem Markt. Wie findet man den richtigen Sitz? Wir haben mit Experten von Stiftung Warentest und ADAC gesprochen.

Wie und so sollte ich mich informieren, bevor ich einen Kindersitz kaufe? Es gibt mehrere Verbände und Zeitschriften, die regelmäßig umfangreiche Tests durchführen. Beispiele sind der ADAC, die Stiftung Warentest und Auto Bild. Andreas Ratzek, beim ADAC für die Kindersitztests zuständig, empfiehlt, die Ergebnisse zu vergleichen und sich einzulesen.

Wo finde ich einen guten Sitz? Kann ich auch einfach einen im Internet bestellen? Herbert Noll, Redakteur des Magazins „Test“ der Stiftung Warentest, empfiehlt, sich einen Sitz im Laden anzusehen und ihn auszuprobieren. „Das Kind muss sich darin wohlfühlen, also sollte man es probesitzen lassen. Das Gesicht des Kindes sagt schon viel über die Eignung des Sitzes aus.“ Der Sitz sollte zur Probe auch einmal ins Auto eingebaut werden. Bei manchen Automarken gebe es Probleme – zum Beispiel mit dem Platzangebot oder der Gurtlänge. „In der Theorie haben viele Sitze eine Universalzulassung für die meisten Automodelle, in der Praxis jedoch passen manche in bestimmte Wagen besser als in andere“, sagt auch Ratzek.

Wie ermittle ich die richtige Sitzgröße für mein Kind? Andreas Ratzek verweist auf die zwei Zulassungsmöglichkeiten. Die i-Size-Sitze werden nach Körpergröße klassifiziert. Die alte ECE 44-Norm bezieht sich auf das Gewicht des Kindes. „Man muss einfach prüfen, ob das Kind im entsprechenden Bereich des Kindersitzes liegt.“ Außerdem helfe es, den Sitz auszuprobieren. Dabei sollten die Käufer darauf achten, dass das Kind nicht zu locker sitzt, sagt Herbert Noll. Ein wenig Spiel sollte aber sein, da das Kind ja wächst.

Welche Befestigungsarten werden angeboten und sind sicher? Die Befestigung mit Isofix, also eine feste, starre Verbindung mit dem Fahrzeug, gilt als etwas stabiler als die mit dem Gurt. „Es gibt aber auch gute Sitze für Gurtbefestigung“, sagt Ratzek.

Gibt es Siegel, die auf einem Kindersitz unbedingt drauf sein müssen? Auf den Sitzen sollte das Prüfsiegel ECE R 44 mit der Prüfnummer 03 oder 04 angebracht sein. Der orangefarbene Aufkleber garantiert laut Stiftung Warentest, dass der Sitz nach der neuesten Norm getestet und zugelassen ist. Die Produkte mit i-Size-Größe sind nach der internationalen Prüfnorm ECE R 129 gekennzeichnet, die in mehr als 60 Staaten gilt.

Sagt der Preis etwas über die Qualität aus? Nein, sagt Herbert Noll klar. „Wir haben teure Sitze im Test, die nichts taugen und wir testen günstige, die wirklich gut sind.“ Beispiel für einen teuren Versager ist der Nuna Rebl für rund 500 EUR. Im Crash-Test riss sich der rückwärts zur Fahrtrichtung montierte Sitze von seinem Untergestell los und kippte Richtung Vordersitz. „Im Extremfall schlüge ein Kind mit dem Kopf dort auf“, schreiben die Redakteure von „Test“. Gut schnitt dagegen das Modell Nania Befix SP für Kinder ab 3 Jahren ab. Der kostet nur rund 50 EUR.

Was ist mit gebrauchten Produkten? Von gebrauchten Kindersitzen raten die Experten ab – außer man kennt die Vorbesitzer und kann ihren Angaben vertrauen. Nach einem Unfall sind Kindersitze nämlich schrottreif – denn selbst wenn man ihnen nichts ansieht, können winzige Haarrisse im Kunststoff den Sitz unsicher machen.

Sind Schadstoffe ein Thema? Stiftung Warentest und der ADAC testen Polster, Gurte und Sitzbezüge seit 2011 auf Schadstoffe und werden dabei immer wieder fündig. Problematisch sind unter anderem Weichmacher, Flammschutzmittel, Farbstoffe und Formaldehyd. Die Ergebnisse gehen anschließend in die Bewertung der Tester ein.

Wo und wie sitzt das Kind überhaupt am sichersten? Grundsätzlich sind Kinder auf dem Rücksitz am besten aufgehoben. Hinten rechts gilt als sicherster Platz, weil man das Kind direkt am Gehweg aussteigen lassen kann. Wer sein Kind inklusive Sitz auf dem Beifahrersitz platziert, sollte darauf achten, dass der Beifahrerairbag ausgeschaltet ist. Grundsätzlich wird empfohlen, ein Kind bis zum Alter von 15 Monaten beziehungsweise bei der Nutzung einer Babyschale rückwärtsgerichtet zu transportieren. Die meisten Sitze für Größere werden dann so eingebaut, dass das Kind in Fahrtrichtung schaut.

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17.01.2017, 06:00 Uhr

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