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Geräte für das Kind im Mann

Dampftag beim Museum Boxenstop war enorm gut besucht

Mehrere hundert Besucher kamen zum Dampftag des Museums Boxenstop in die Tübinger Brunnenstraße. Als Hauptattraktion hatte Museumsbetreiber Rainer Klink dieses Jahr ein Bassin für Modellboote aufgestellt.

06.01.2015
  • Michael Sturm

Tübingen. Horst Hummel aus dem Alb-Flecken Mehrstetten hätte als Kind gerne eine Dampfmaschine sein Eigen genannt: „Ich habe keine bekommen – wir waren zu viele Geschwister.“ Vor fünf Jahren erfüllte er sich seinen Traum selbst. Und jetzt zog es ihn samt seinem Freund, dem „Maler Ziegler“, zum Dampftag des Tübinger Museums Boxenstop: Hummel trägt die Dampfmaschine seines Bekannten zu Boxenstop-Chef Rainer Klink. Der soll sich das Gerät mal anschauen. Vielleicht findet Klink ja inmitten dieser Mischung aus Messe und Flohmarkt Ersatz für das kaputt gegangene Schauglas. Klink überreicht im Gegenzug ein kleines blechernes Karussell, das der Maler Ziegler zu restaurieren versprochen hat. Man kennt sich lange.

Dampftag beim Tübinger Museum Boxenstop

Am Dienstag war Dampftag beim Museum Boxenstop in Tübingen. Sammler und das Museum selbst präsentierten Dampfmaschinen aller Arten und Größen, die besonders, aber nicht nur bei Kindern großen Anklang fanden. Eine Neuerung 2015: Erstmals wurden auch Dampfschiffe in einem Becken zu Wasser lassen.

© Video: Luis Keppler 03:42 min

Hunderte Besucher, viele von außerhalb der Tübinger Kreisgrenzen, kamen an Dreikönig in die Brunnenstraße. Technikfreaks die meisten. Kleine und große Kinder mit Freude an den dampfenden Geräten, ob auf Schienen, zu Wasser oder festgeschraubt als Antrieb für allerlei bewegliches Spielzeug.

Es seien so viele Dampfmaschinen da, wie nie zuvor, sagt Klink und deutet auf Stehtische, die ursprünglich zur Bewirtung hätten dienen sollen, nun jedoch von dampfenden Gerätschaften blockiert sind. Zwischen den Tischen zwängen sich die Besucher aneinander vorbei. „Heute Vormittag war‘s schon knackig“, sagt Klink zum Andrang. Später, nachmittags, vermutet er, werde es wohl wieder ähnlich voll.

Dampftag beim Museum Boxenstop war enorm gut besucht
Man muss ganz genau hinschauen: Der Dampf entweicht nicht etwa durch den Schornstein des Modellboots, sondern durch das dünne Abzugsrohr der Dampfmaschine, die aus Tarnungsgründen unmittelbar vor dem Schornstein angebracht ist.Bilder: Faden

Die große Attraktion und Neuerung wartet im Zelt: Da haben Boxen stop-Mitarbeiter ein Bassin angelegt. Zehn Modellboote liegen vor Anker, alle von ihren Besitzern selbst gebaut. „Das ist eine Sache der Entschleunigung“, sagt Knut-Henning Peters aus Schönaich. Zum einen, weil er für den Bau der größeren Boote bis zu zwei Jahren brauche, zum anderen, weil alle Dampfmaschinen ihre Zeit benötigen, bis sie auf Betriebstemperatur sind: Kessel mit Wasser betanken, Öler füllen, um die Maschine zu schmieren, Kessel anheizen, warten. Nach etwa einer Viertelstunde ist dann der Druck hoch genug: Die Maschine kann in Betrieb gehen.

Ein Problem haben aber die meisten von Peters‘ ferngesteuerten Booten an diesem Tag: Sie sind zu groß für das Becken, sie kommen kaum ums Eck. Dabei, so Rainer Klink lachend, habe man in der Nacht zuvor fast die komplette Ammer leer gepumpt. Doch der Museumsbetreiber gibt zu: „Wir hätten das Zelt zehn Meter länger machen sollen“, Um das Bassin zu vergrößern, aber auch, um mehr Zuschauer rund um den Rand des künstlichen Gewässers versammeln zu können.

Dampftag beim Museum Boxenstop war enorm gut besucht
Auf diesem Dampfkutter fuhren zur Freude vieler Kinder Shaun das Schaf und Hund Bitzer mit.

Am anderen Ende des Zelts führt Siegfried John aus einem Dorf bei Altötting seine Modelle vor. Alle im Maßstab 1 : 8 mit Original-Material selbst gebaut: Ein Lanz-Traktor, 55 PS, Glühkopf. Eine Lanz-Raupe mit dem selben Motor. Beide fahren mit Benzin als Brennstoff. Schaltgetriebe, Kühlung, Kupplung – alles wie beim Original. „Bis auf die Schrauben mach‘ ich alles selbst“, sagt John. „Ich will den Lanz laufen hören“, begehrt der Schrobenhausener Karl Allesch, ein Bekannter Johns, der nach Tübingen mitgefahren ist. Aber es braucht halt auch hier seine Zeit, wie bei allen Dampfmaschinen. Ersatzweise führt John schon mal seinen Steinbrecher vor, der, wie ein großer, Schotter herstellen kann.

Draußen in der Brunnenstraße vergnügen sich viele Kinder damit, im dampfbetriebenen Bähnle mitzufahren. In dichten Reihen stehen die Kleinen aber auch vor der Werkstatt von Benjamin Rauch aus Filderstadt, der hier sein Wissen um die Schmiedekunst weitergibt.

Gravierende Verstöße: Münsinger Ex-Volksbanker steht jetzt wegen Untreue vor Gericht http://ow.ly/GUMrJ

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06.01.2015, 12:00 Uhr

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