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25 Jahre Versöhnungs-Arbeit

Daran erinnert der Förderverein Synagoge Baisingen mit einer Tagung

Zur Jubiläumsveranstaltung „25 Jahre Förderverein Synagoge“ am nächsten Sonntag kommen auch Nachfahren Baisinger Juden.

18.11.2014
  • Ulrich Eisele

Baisingen. Am Anfang stand das Bestreben einer studentischen Arbeitsgruppe, aus der verrottenden ehemaligen Synagoge in Baisingen eine Gedenkstätte zu machen. Vor 25 Jahren gründete sich dann ein Förderverein, der die weitere Entwicklung vorantrieb. Vor 16 Jahren wurde die Gedenkstätte eröffnet.

Ihren Wert als Erinnerungsort fürs einst blühende jüdische Leben im Ort und Begegnungszentrum hat sie längst bewiesen. Sonderausstellungen wie „Deutsche jüdische Soldaten“ (2004) oder „Jüdische Religion“ erweiterten die ständige Ausstellung, die Dokumente und Realien zur Geschichte der Juden in Baisingen zeigt. Prominente wie Bundestagspräsident Norbert Lammert oder Publizist Michel Friedmann waren schoon da, um mit Schülern zu diskutieren. Rottenburger Schulen gestalten dort alljährlich Gedenkfeiern zum 9. November. Auch Konzerte und Lesungen finden in der einstigen Synagoge häufig statt.

Die Einrichtung der Gedenkstätte – und mehr noch die Arbeit des Fördervereins – hat zur Aussöhnung mit ehemaligen jüdischen Nachbarn beigetragen, die vor den Nazis fliehen und alles zurücklassen mussten. Wiederholt wurden sie und ihre Nachkommen von der Stadt eingeladen. Einige von ihnen werden auch am Sonntag mit dabei sein, wenn sich der Förderverein auf die Suche nach der eigenen Geschichte begibt.

Bei zwei Podiumsgesprächen soll es in der Schloss-Scheuer – die Synagogen-Gedenkstätte wäre dafür zu beengt – um die „Entstehung, Arbeit und Zukunft des Fördervereins“ sowie die „Erinnerung an das jüdische Leben“ gehen. Dazu hat der Förderverein Zeitzeugen geladen: den Geschäftsführer des Fördervereins Hubert Dettling, den ehemaligen Ortsvorsteher Adolf Hug, Fredy Kahn, den Sohn des einzigen nach dem Holocaust in sein Heimatdorf Baisingen zurückgekehrten Juden sowie den langjährigen Vereinsvorsitzenden, Alt-OB Winfried Löffler. Der ehemalige TAGBLATT-Redakteur Willibald Ruscheinski moderiert.

Nach der Mittagspause, dem Besuch des jüdischen Friedhofs und der Gedenkstätte werden Bernhard Purin, Direktor des Jüdischen Museums München, und Benigna Schönhagen, Direktorin des Jüdischen Kulturmuseums Augsburg, versuchen, Baisingen aus einem etwas umfassenderen Blickwinkel deutschen Erinnerungskultur zu betrachten. Ihr Gesprächspartner ist Kulturamtsleiter Karlheinz Geppert.

Zwölf Nachkommen von jüdischen Familien aus Baisingen haben sich zur Tagung angesagt, darunter auch David Daube aus Ramat Gan in Israel und Franklin Kahn aus London, die schon bei der Eröffnung der Gedenkstätte dabei waren (Bild).

Info Die Tagung beginnt um 11 Uhr mit der Begrüßung durch Oberbürgermeister Stephan Neher.

Daran erinnert der Förderverein Synagoge Baisingen mit einer Tagung
David Daube aus Ramat Gan (Israel), die bereits verstorbene Liesel Moschenberg aus Haifa (Israel) sowie Franklin Kahn aus London bei der Eröffnung der Gedenkstätte Synagoge Baisingen am 8. November 1998. Bild: Kulturamt Rottenburg

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18.11.2014, 12:00 Uhr

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