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Darf derb sein

18.11.2016

Von Bernd Gugel

Über die Kneipe der Feuerwehr Tübingen kann man trefflich streiten. Die Gästekneipe entstand aus studentischem Verbindungsleben und hat längst eigene Rituale entwickelt. Das Publikum kommt aus allen Bereichen Tübingens. Lieder werden gesungen, Reden werden gehalten. Der Abend wird vom Kneipwart geregelt, moderiert, geprägt. Reden sind unterhaltsam, markant und nicht nur todernst, dürfen auch derb sein. Reden haben teils Formen entwickelt, die an politischen Aschermittwoch und Kabarett erinnern.

Reden und Witze gehen auch mir manchmal zu weit. Aber auch ich will, wie viele unserer Gäste, keine weichgespülten Beiträge mit politisch korrektem Sonntagspalaver, schönen Grüßen und nettem Winken. Das wäre langfristig das Aus der Kneipe.

Die einstige Männerwehr existiert nicht mehr. Frauen sind in der Feuerwehr nicht mehr exotischen Wesen, sondern Feuerwehrfrauen, die genauso gut oder weniger gut wie Feuerwehrmänner arbeiten. Weibliche Gäste sind selbstverständlich und gerne gesehen. Alkohol wird bei der Feuerwehr so viel oder so wenig wie woanders in unserer Gesellschaft getrunken, in der Alkohol eine gesellschaftlich akzeptierte Droge ist. Die stockkonservative Feuerwehr meiner jungen Jahre ist heute offener, toleranter und weniger autoritär. Manchmal mir gar zu diskussionsfreudig, zu antiautoritär. Unstrittig ist: Im Einsatz gilt Befehl und Gehorsam, diskutiert wird nach dem Einsatz!

Ich freue mich auf die 57. Gästekneipe der Feuerwehr Tübingen, die seit 1847 Hilfe für den Nächsten leistet.

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Erstellt:
18. November 2016, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
18. November 2016, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 18. November 2016, 01:00 Uhr

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