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Dark Water

Psychogrusel nach japanischem Vorbild, der nur phasenweise Sozialbewusstsein zeigt.

Psychogrusel nach japanischem Vorbild, der nur phasenweise Sozialbewusstsein zeigt.

DARK WATER
USA

Regie: Walter Salles
Mit: Jennifer Connelly, John C. Reilly, Tim Roth

- ab 16 Jahren

Tagblatt-Wertung

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24.11.2015
  • che

Das ist aber nicht die Stadt“, nörgelt die fünfjährige Cecilia, als sie mit ihrer Mutter in der Seilbahn hinüber nach Roosevelt Island gondelt. In der Tat: Mit dem Charme und Glamour des nur fünf U-Bahn-Minuten entfernten Manhattan hat dieses Sündenbabel des sozialen Wohnungsbaus nichts zu tun. Eine finstere Wohnburg erwartet die beiden hier und ein schäbiges Zweiraum-Quartier in deprimierendem Braun – alles noch verstärkt durch den nicht enden wollenden Nieselregen draußen vor dem Fenster. Aber es hilft ja nichts: Frisch geschieden, muss die junge Mutter (Jennifer Connelly) mit ihrem Töchterlein zwangsläufig kleinere Brötchen backen, wohntechnisch.

Zum elenden Ambiente gesellt sich alsbald weiteres Ungemach. Aus dem Wasserhahn quillen Haare, von der Decke tropft die titelspendende schwarze Kloake und die kleine Cecilia entwickelt in diesem Loch beängstigende Marotten. In seinem ersten Hollywood-Film spielt der brasilianische Regisseur Walter Salles („Die Reise des jungen Che“) geschickt mit dem alltagsnahen Schrecken, den ein Heim voller böser und ekliger Überraschungen bereit hält – und weitet das ganze nebenbei zum Sinnbild des sozialen Abstiegs.

Aber natürlich trägt das keinen ganzen Film, erst recht nicht, wenn es sich um das Remake eines japanischen Gruselstückchens (von Hideo Nakata) handelt. So verkeilt sich das reale Grauen allmählich mit einer tiefenpsychologischen Ebene, auf der Traumata der fernen und nahen Vergangenheit verhandelt werden. Das weckt Neugier, die „Dark Water“ aber nur zum Teil befriedigen kann. Die sich subtil anlassende Seelenobduktion wird überlagert von theatralischen Effekten und viel faulem Zauber mit den im Original-Genre (siehe „The Ring“) so beliebten Sturzfluten aus Wasserhähnen als grobsymbolischem Sahnehäubchen.

Über den (bisher meist auf DVD angewiesenen) Fankreis des Japan-Horrors hinaus wie diese immerhin stilechte und gut gespielte Neuverfilmung also vermutlich kaum Begeisterung wecken

Spielplan

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24.11.2015, 12:00 Uhr | geändert: 07.08.2009, 12:00 Uhr

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14.02.2006

12:00 Uhr

Michael schrieb:

Ein guter Film, wenn man ihn nicht als simple Gespenstergeschichte auffasst !!



06.10.2005

12:00 Uhr

Tobi schrieb:

Beginnt man den Film in psychologischer Hinsicht an zu betrachten, wächst er zu großer Klasse. Leider treten ab kleinere Mängel auf. Jedoch ein großes Lob an Salles, der aus der Horror - Vorlage ein tiefsinniges Psycho - Drama gemacht hat.
Jennifer Connely zeigt einmal mehr, dass sie zu den ganz großen Schauspielerinnen gehört!



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