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Automobilindustrie

Das Autoland muss umdenken

Die Wirtschaftsministerin fordert mehr Unterstützung durch die Bundesregierung.

01.08.2019

Von Dorothee Torebko

Ministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) und Dirk Schlenker vom Fraunhofer-Institut betrachten Batteriezellen. Foto: Marijan Murat/dpa

Stuttgart. Die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut hat die Bundesregierung bei einer Reise durch den Südwesten, bei der sie Autofirmen, Forschungseinrichtungen und Zulieferer besuchte, scharf kritisiert. „Angesichts des rasanten Veränderungstempos kann man sich über das Tempo der Bundesregierung derzeit nur wundern“, sagte die CDU-Politikerin. Es brauche massive Investitionen in die Ladeinfrastruktur für E-Autos und eine Änderung des Wohneigentumsgesetzes.

Die Ministerin spricht für einen der wichtigsten Wirtschaftsräume Deutschlands. Der Südwesten mit seinen Autoschwergewichten wie Daimler steht vor einer tiefgreifenden Umwälzung. Experten sagen, einige Unternehmen hätten die Zukunftsfragen zu spät angepackt und müssten nun kräftig strampeln. Hat die Branche die Automobil-Revolution verschlafen?

Nein, meint Hoffmeister-Kraut. Doch viele Firmen müssen nun ihr Tempo anziehen. Etwa der Zulieferer Mahle (Stuttgart), der einer der größten Kolben-Anbieter ist. Von einem Produkt also, das im E-Auto nicht mehr verbaut wird. Deshalb muss Mahle trotz strengem Sparkurs Innovationen antreiben. Eine davon ist das besonders schnelle Laden von E-Auto-Batterien. Viele Hersteller sind bereits interessiert. „Dieser Wandel verlangt uns alles ab und kostet viel Geld“, sagt Geschäftsführer Bernd Eckl, wohl wissend, dass das Unternehmen Hunderte Arbeitsplätze abbauen wird.

Allein wird die Umstellung aber nicht funktionieren, betont Professor Andreas Wagner, Vorstand beim Forschungsinstitut für Kraftfahrwesen und Fahrzeugmotoren Stuttgart. In seinem Institut arbeiten Wissenschaftler am autonomen Pkw. „Das Netzwerk wird den Ausschlag geben.“ Daimler und BMW arbeiten bereits zusammen. Auch im Land gibt es gemeinsame Projekte. Doch reicht das, um Tech-Firmen wie Google, die die Standards setzen, zu übertrumpfen? „Die deutsche Autobranche ist ein kleiner Player im Vergleich zu Google und Co.“, sagt Wagner. Noch zumindest.

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Erstellt:
1. August 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
1. August 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 1. August 2019, 06:00 Uhr

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