Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Mit ungeheurer Präzision

Das Axel-Kühn-Trio begeisterte das Publikum im Kusterdinger Klosterhof

Eine hochklassige musikalische Darbietung lieferte das Axel-Kühn-Trio am Freitag im Kusterdinger Klosterhof ab. Schwelgerische Melodien, abrupte Breaks, solistische Glanzlichter – für Musikfans ein Highlight.

23.11.2015
  • Werner Bauknecht

Kusterdingen. Ein glückliches Händchen bewiesen die Veranstalter des Arbeitskreises Kunst im Rathaus mit dem Engagement des Trios. Was die Sache leichter machte: Kühn wohnt im Ort.

Vor dem mit etwa 75 Besuchern fast voll besetzten Saal begann die Band mit einer sanften Pianolinie (Marcel Gustke), der Kontrabass Kühns setzt einen dunklen Ton dagegen, dann steigt das Schlagzeug (Uli Möck) erst mit Besen, dann mit Bass und den Trommeln ein – und gleich wird ein Stück daraus. „Open Minded“ heißt es, und das ist auch der Titel von Kühns neuer CD. Dieses sich stetige Wiederfinden in den Tönen ist überhaupt ein Merkmal der Band. So auch in „Zeitgeist“, bei dem jeder der Musiker vor sich hin zu taumeln scheint. Abgehackt klingt das, wie Suchende behandeln sie ihre Instrumente. Dann taucht ein Thema auf, das Piano wird fündig. Die Band stimmt ein, schneller wird es, das Tempo nimmt zu, perlende Klavierspitzen setzen Merkpunkte.

Und erst Kühn: Mit ungeheurer Präzision spielt er sein komplexes Instrument, bahnt den Weg abwechselnd mit langen Bassläufen oder kurzen, eingestreuten Breaks. Während Bass und Drums alle Freiheiten genießen fürs Duett, wiederholt das Piano mantraartig das Thema.

Beim nächsten Werk steigt Gustke mit klarer, glockenheller Melodie ein, ehe Drums und Bass sich hinzugesellen. Die Klarheit und Präzision des Pianisten, das Unverstellte im Ton erinnert stilistisch an alte Klassiker wie Keith Jarrett oder McCoy Tyner. Das Fließende, der „Flow“, den fast alle Stücke innehaben, lässt Erinnerungen an die Pat Metheny Band aufkommen, wobei bei Kühn das Piano für das Weite im Sound zuständig ist. Besonders gelungen auch immer wieder, wenn der Kontrabass die Pianomelodie aufnimmt, sie doppelt und mit dem dunklen Ton für Spannung sorgt.

Nichts kann mehr rocken als eine gute Jazz-Band

Mit „Chaos Theory“ eröffnet der zweite Teil des Abends. Mit ungeheurem Verve legt das Trio los, Möck mit harten Schlägen, rockig, und mitten drin, wie das Kraftwerk der Band, steht Kühn. Lässig über den Hals vom Kontrabass gelehnt, präsentiert er die unglaublichsten Bassläufe. Jeder der Musiker erhält, auch das ein Kennzeichen der Band, genügend Raum, um mit seinem Instrument den Weg vorzugeben. Das perfekt eingespielte Trio hat keine Mühe, stets zurück zum Thema, zum Zusammenspiel zu finden. „Nix kann mehr rocken, als eine gute Jazzband“, meinte Kühn nach dem Stück.

In „Dark Light“ übernimmt Kühn die Melodieführung. Meditativ das Piano, der Drummer fegt die Besen. Das ist wie Atemholen, ehe es wieder hektisch wird. Ganz ruhig bewegt sich das Stück, keine Eile, ein Kühn, der tastend fast sein Griffbrett erkundet. Jeder Ton zählt, selbst das langsame Plätschern zum Songende hin bannt noch die Ohren. Mit einem fulminanten „Digital World“ beenden die Musiker ein herausragendes Konzert. Die Zuschauer waren begeistert, forderten und erhielten Zugaben.

Das Axel-Kühn-Trio begeisterte das Publikum im Kusterdinger Klosterhof
Hervorragend aufeinander abgestimmt, perfekt eingespielt: Das Axel-Kühn-Trio mit Marcel Gustke, Axel Kühn und Uli Möck im Klosterhof. Bild: Metz


Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

23.11.2015, 12:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball