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Das Banale des Toreschießens
Robert Lewandowski (Nummer 9) schießt das Tor zum 2:1-Sieg in Freiburg. SC-Abwehrspieler Manuel Gulde (rechts) kann nicht mehr eingreifen. Foto: Getty Images
Süd-Duell

Das Banale des Toreschießens

Die Leistung des SC Freiburg beim 1:2 gegen den FC Bayern findet Anerkennung. Lewandowskis Siegtreffer jedoch wird als Akt hoher Kunst gefeiert.

23.01.2017
  • THOMAS GOTTHARDT

Freiburg. Die Flanke, die Annahme mit der Brust, das Abtropfenlassen auf den rechten Fuß, das Rüberlupfen auf den linken Fuß, der Schuss – Innenpfosten – Tor – Schluss. 2:1 für den FC Bayern beim Sportclub Freiburg in der vierminütigen Nachspielzeit. Die Herbstmeisterschaft. Und der gefeierte Held aus Münchner Sicht am später, bitterkalten Freitagabend: Robert Lewandowski.

Für den polnischen Nationalstürmer ist dieser Akt hoher Fußball-Kunst eine eher banale Angelegenheit. „Mein erster Gedanke war, den Ball direkt zu einem Kollegen zu spielen, aber das war nicht so einfach“, erinnert sich der Bayern-Torjäger an die entscheidende Szene in der 91. Minute, als die Flanke des eingewechselten Franck Ribéry in den Strafraum fliegt: „Dann habe ich probiert, den Ball einfach anzunehmen und zu schießen.“ Jaja, einfach anzunehmen . . .

Lewandowski, der unersetzliche und unersättliche Stürmer, der im Dezember seinen Vertrag bis ins Jahr 2021 verlängert hat, zeigte mit seinen Saisontreffern 13 und 14 zum wiederholten Male Extraklasse. „Wer kann des? Wer kann des in dieser Bedrängnis? Deswegen kickt er bei Bayern. Deswegen gewinnen sie so oft“, kommentierte Freiburgs Trainer Christian Streich auf seine höchst eigene Art diesen fußballerischen Geistesblitz bei rund neun Grad minus. Lewandowski distanzierte mit diesem Doppelpack (35./90.) übrigens auch Giovane Elber (133, unter anderem FC Bayern) und ist mit 135 Toren nun zweitbester ausländischer Bundesliga-Torjäger hinter Claudio Pizarro (Werder Bremen).

„Es war die letzte Situation im Spiel, da muss man Qualität zeigen und alles probieren. Zum Glück habe ich das geschafft“, freute sich der Matchwinner, dessen zweites Tor sein 60. im 80. Bundesliga-Spiel für die Bayern war. Niemand brauchte bisher so wenig Spiel für diese Ausbeute wie der 28-Jährige, der nach eigener Aussage – noch – nicht einen möglichen dritten Sieg beim Kampf um die Torjägerkanone der Bundesliga anstrebt. „Ich denke gar nicht über den Titel nach. Ich hab ihn schon zweimal gewonnen“, sagte der Angreifer vor wenigen Tagen. Lewandowski war 2014 und 2016 der beste Torschütze der Liga. Aktuell liegt er mit 14 Toren hinter dem Dortmunder Aubameyang (16) und vor dem Kölner Modeste (13) auf Rang zwei.

Während sich nicht einmal die Münchner so richtig über den späten Erfolg und die Herbstmeisterschaft freuen konnten, kreisten die Gedanken von SC-Trainer Christian Streich schon auf der Pressekonferenz nach dem Spiel um den Rückrunden-Start am kommenden Samstag zu Hause gegen Hertha BSC. „Der Feiertag ist zu Ende. Das Bayern-Spiel ist zu Ende. Jetzt müssen wir das gleich abhaken. Nächste Woche spielen wir gegen ein sehr unangenehmes Team.“

Einen Teil der Vorbereitungszeit werde man wie immer, betonte der Coach, damit zubringen, per Video die guten und die wenigen schlechten Seiten aus der Partie gegen den Rekordmeister anzuschauen und daraus Rückschlüsse ziehen. Grundsätzlich gelte: „Wir haben vieles gut gemacht gegen die Bayern.“ Aber, sagte Streich: „Wir dürfen uns auch nicht blenden lassen. Es ist immer eine besondere Situation gegen die Bayern“, fügte Streich an, der den Trubel vor dem Auftaktspiel des Jahres 2017 als ungewohntes „Tohuwabohu“ bezeichnete. Nils Petersen ließ sich von der Warnung des Trainers allerdings kaum beeindrucken. „Wenn man die richtige Mischung findet, kann man Auftritte wie heute hinlegen, die vielleicht gegen die Bayern nicht reichen, aber gegen alle anderen Mannschaften wahrscheinlich“, sagte der Joker.

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23.01.2017, 06:00 Uhr

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