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Kommentar

Das Dach ist zweitrangig

Über Geschmack kann man bekanntlich streiten – doch ob die geplante 33-Meter-Pergola auf dem zentralen Platz zwischen Dußlingen-Ost und -West die Schönste der Welt ist, ist hier nicht das Thema. Sicher ist hingegen, dass Dußlinger Gemeinderäte breit über die Platzgestaltung diskutiert haben: Lärmgefahr versus Aufenthaltsqualität war dabei ein wichtiges Thema. Ausdrücklich wollen die Räte über ihrer B 27 Orte, die anziehend sind. Es wäre eine mittlere Katastrophe, sollten die Dußlinger am Ende ihren millionenschweren Park verschmähen.

29.08.2014

Auf der anderen Seite können der Park und seine gestalterischen Elemente das bieten, was auch in größeren Kommunen der Umgebung fehlt: Plätze zum Treffen, ein Raum für Spiel und Sport für Kinder und Erwachsene. Und das mitten im Zentrum, genau jenem Ort also, der zunächst jahrzehntelang Abgasmeile – und dann die größte Baustelle weit und breit war: Ein Ort an dem keiner lebte, bummelte und Geschäfte in Anspruch nahm. Hier Ästhetik und Leben rein zu bringen, ist kein kostspieliges L‘art pour l‘art, sondern durchaus eine Investition in die Zukunft.

Dass Leben nicht lautlos vonstatten geht, erfahren Anwohner des Tunnelparks bereits jetzt. Manche sehen nicht nur nächtlichen Lärm kommen, sondern finden jetzt schon, dass spielende Kinder vor Ort zu laut sind. Dußlingen als Gemeinde indes ist gar nicht so sehr für Randale bekannt: Die Polizei berichtet dem TAGBLATT gegenüber nur von einem Ort, an dem überhaupt so etwas wie auffällige Lärmbelästigung stattfindet: beim Sportplatz-Spielplatz nämlich.

Für den künftigen zentralen Bürger-Platz gilt, dass es dort mit oder ohne Pergola lebhafter zugehen wird. Dort sind Bäume, Bänke, Sitzstufen, die nur dann nicht zum Plausch einladen, wenn Regen in Strömen fließt. Dort könnte es ähnlich lauschig zugehen wie am Rathausplatz, rund um Bahnhof, Bücherei, Steinlach und Schule. Auch dort leben Menschen, am Rathaus sogar Ältere, die sich bislang nur selten beklagten. Wenn es hier wie dort Party-Freunde übertreiben, gibt es die üblichen Möglichkeiten. Bis dahin sollte die Devise sein: Je mehr Leben im Dorf, desto besser. Mancher Bürgermeister wird vermutlich mit Neid auf die Dußlinger Debatte blicken. Eike Freese

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29.08.2014, 12:00 Uhr

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