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Voltigieren: Sie wird wohl alleine weitermachen

Das Erfolgspaar Bresch/Rein vom PSV Roseck gibt seinen Abschied in der Schleyer-Halle

Theresa-Sophie Bresch und Daniel Rein vom RSV Roseck gehen künftig getrennte Wege. Das erfolgreichste deutsche Voltigier-Duo der vergangenen Jahre beendet nach über drei Jahren die gemeinsame Karriere – gekrönt unter anderem mit dem zweifachen Gewinn des Pas-de-Deux-Bundeswettbewerbs.

10.11.2012
  • Daniel Kaiser

Tübingen. Der Entschluss der beiden Württemberger fiel letztlich auf einem gemeinsamen Ausritt. Zuvor hatten sich die beiden Athleten, die im August bei der erstmals ausgetragenen Weltmeisterschaft im französischen Le Mans auf Rang fünf landeten, im Urlaub reichlich Gedanken zur Thematik gemacht. Die Entscheidung wurde letztlich im Team getroffen – denn auch Longenführerin und Trainerin Doris Marquart sowie Vierbeiner Cyrano waren beim gemütlichen Ritt am Schönbuchrand hinter Roseck dabei.

Leicht haben sich die Tübinger die Entscheidung nicht gemacht. Nach Abwägung aller Umstände sei der Austritt aus dem aktiven gemeinsamen Leistungssport jedoch die logische Konsequenz gewesen. Vor allem bei Rein wäre die Kombination aus Pferdesport auf höchstem Niveau und Beruf künftig nur noch schwer zu vereinbaren gewesen. Der Zahnarzt ist im Oktober ins Berufsleben eingetreten. Längere Arbeitszeiten und weitere Wege zum täglichen Training galt es zu kompensieren, hätte er das Engagement in der Pferdeakrobatik auf gleichem Niveau weiterbetreiben wollen. Die PSV-Schützlinge entschieden sich dagegen. „Sicherlich wäre es irgendwie machbar gewesen. Aber ich kann mit meiner Arbeitsstelle keine Kompromisse eingehen. Und außerdem möchte ich auch noch etwas Zeit für die Dinge außerhalb des Voltigiersports haben“, erklärt Rein.

Die Fans werden diese Meldung mit Bedauern aufnehmen, aber auch der 26-Jährige selbst zweifelte jüngst bei einer gemeinsamen Trainingseinheit wieder am Entschluss. „Da spürte ich, wie viel mir das Voltigieren bedeutet und was es aus mir gemacht hat“, sagt Rein. Coach Marquart umschreibt: „Es war bei uns oft sehr lustig und locker. In den entscheidenden Momenten waren jedoch alle hoch konzentriert.“

Fast wieder der Rücktritt vom Rücktritt

Kollegin Bresch ergänzt: „Natürlich fällt das Aufhören immer schwer, besonders wenn alles aus sportlicher Sicht gut läuft und man Chancen hat, sich weiterhin für große Turniere zu qualifizieren.“ Hinzu käme, dass die junge Disziplin des Doppelvoltigierens immer mehr Zuspruch erhält. Bundestrainerin Ulla Ramge stellt für diesen Winter erstmals einen eigenen Kader auf, 2013 wird die erste offizielle Deutsche Meisterschaft über die Bühne gehen. All das sind Umstände, „unter denen man schwach werden kann“, sagt Rein. Die Schwaben bleiben aber konsequent. Ein gemeinsames Comeback wird es nicht geben.

Allerdings gehen die PSV-Schützlinge dem Voltigiersport nicht komplett verloren. Daniel Rein möchte die Rosecker S-Gruppe im nächsten Jahr als Ersatzmann unterstützen und hin und wieder als Trainer und Referent tätig sein. Für Theresa-Sophie Bresch steht nun wahrscheinlich die zweite Karriere bevor. Die 20-Jährige möchte sich voll und ganz auf das Einzelvoltigieren konzentrieren. In diesem Bereich wird die Dritte der diesjährigen Deutschen Meisterschaften weiter mit Marquart und dem 13-jährigen – von Herbert Marquart selbst gezogenen – Baden-Württemberger Cyrano auflaufen. Das Ziel ist die Championatsteilnahme. Bresch freue sich auf die Herausforderung, denn die Doppelbelastung in der Vergangenheit habe ihr des Öfteren zu schaffen gemacht. Dass sie irgendwann wieder im Pas-de-Deux landet, schließt die Europameisterin von 2011 derweil nicht aus.

Einen letzten gemeinsamen Auftritt werden Bresch und Rein nun noch absolvieren – und zwar bei den German Masters in der Stuttgarter Schleyer-Halle (14. bis 18. November). Das Motto dabei lautet: Zurück zu den Wurzeln. 2009 erhielt das Paar eine Wildcard zur Teilnahme beim renommierten Pferdesportevent. Es war der Startschuss für die gemeinsame Karriere. Dass nun auch die letzte Glocke – quasi vor der Haustür – in Stuttgart läutet, schließt den Kreis. Bresch: „Es könnte keinen geeigneteren Ort geben.“

Das Erfolgspaar Bresch/Rein vom PSV Roseck gibt seinen Abschied in der Schleyer-Halle
Mitte August diesen Jahres: Bei den Weltmeisterschaften im französischen Le Mans feierten Theresa-Sophie Bresch und Daniel Rein vom RSV Roseck auf Cyrano mit Platz fünf ihren bis dahin größten Erfolg.

Die größten Erfolge des Paares Theresa- Sophie Bresch/Daniel Rein:
Bundessieger 2010, 2012
1. Platz beim Preis der Besten 2010, 2012
Sieger German Masters 2010 in Stuttgart
Sieger CVI Stadl Paura und CVI Krumke 2010
4. Platz EM-Qualifikation in Stadl Paura 2011
5. Platz WM in Le Mans

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10.11.2012, 12:00 Uhr

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