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Das Friedrichstraßenfest genoss am Samstag bei bestem Wetter viel Zulauf
Seifenblasen, Stelzenläufer, Luftballons, Hüpfburg: Kinder waren am Samstag in der Friedrichstraße ebenfalls gut beschäftigt.
Das fast Fertige wurde gefeiert

Das Friedrichstraßenfest genoss am Samstag bei bestem Wetter viel Zulauf

Die Umbauarbeiten in der Friedrichstraße, die jede Menge Einschränkungen für Anwohner und ansässige Geschäfte mit sich brachten, sind fast abgeschlossen. Am Samstag wurde das mit einem großen Straßenfest gefeiert.

01.09.2014
  • Fabian Renz

Tübingen. „Eine neue Flaniermeile“ soll die Friedrichstraße werden, das hoffen zumindest die ansässigen Geschäfte, von denen sich viele in der Werbegemeinschaft Zinser-Dreieck zusammengefunden haben. Als solche luden sie am Samstag zu einem großen Straßenfest. „So können die Leute sehen, dass hier fast alles fertig ist und wie schön es bald sein wird“, begründete Stefan Rinderknecht die Feier. Rinderknecht ist Geschäftsleiter im Tübinger Zinser und Vorstand der Werbegemeinschaft.

Dass das Wörtchen „fast“ in „fast alles fertig“ seine Berechtigung hat, erkannten die zahlreichen Besucher sofort, als sie am Samstag bei strahlendem Sonnenschein zum Fest strömten: An beiden Enden der Friedrichstraße standen noch rot-weiße Absperrschranken, am Trautwein-Eck klaffte dahinter noch so manches Loch, Sandberge waren aufgeschüttet, Holzpaletten und Pflastersteine aufgestapelt. Die restlichen Bauarbeiten werden sich noch eine Woche hinziehen (siehe Kasten).

Wenn der Umbau dann abgeschlossen ist, werden die Anwohner sowie die Inhaber und Angestellten der Friedrichstraßen-Geschäfte erleichtert durchatmen. „Ob ich froh bin, wenn alles fertig ist? Aber mit hundert Ausrufezeichen!“, sagte zum Beispiel Susanne Trick, Inhaberin des Schuhhaus Geiger. Ihr Geschäft litt auch beim Straßenfest mit am meisten unter dem „fast“ in „fast alles fertig“. Direkt vor der Eingangstür ist der Belag noch nicht fertig, eine kleine Metallbrücke wurde kurzfristig noch angebracht, um das Schuhgeschäft auch vom Café Lieb aus erreichen zu können. Das Straßenfest war für das Geschäft dennoch ein voller Erfolg. „Super Ambiente, super Stimmung bei den Leuten, super Wetter – das war alles optimal“, fand Trick. In ihrem Laden konnte man an einem digitalen Glücksrad Gutscheine gewinnen – die Schlange der Anstehenden reichte phasenweise bis auf die Straße.

Dort boten die Geschäfte und Gaststätten vieles an: Vor Intersport Räpple standen Torwand und Basketballkorb bereit, am Zinser gab es Luftballons, Stelzenläufer und Seifenblasen. Die Sparkasse hatte eine Hüpfburg aufgestellt, Transvelo lud zur E-Bike-Testfahrt. Untermalt wurde alles mit Live-Musik. Für die Verpflegung sorgten das Hotel Krone und die Metzgerei Kiesinger. Dort gab es Steak und Spare Ribs, OB Palmer half am Mittag beim Bedienen – und hatte gut zu tun. Insgesamt dürften auf dem Straßenfest gut 4000 Besucher gewesen sein.

„Wir haben heute schon eine deutlich höhere Frequenz als am vergleichbaren Samstag im Vorjahr“, sagte Alex Sulzberger, Filialleiter bei Intersport. Dass das Geschäft noch besser läuft, wenn die Friedrichstraße erstmal fertig ist, darauf zählt er genauso wie alle anderen befragtem Geschäftsleiter. „Wir hoffen schon, dass noch mehr Kunden den Weg zu uns finden, wenn die Aufenthaltsqualität in der Friedrichstraße größer wird“, sagte Rinderknecht vom Modehaus Zinser.

Genau das soll mit den Umbauarbeiten erreicht werden, bestätigte auch die zuständige Stadtplanerin Leslie Sawyerr. Um die Festbesucher über die weiteren Bauabschnitte zu informieren, hatte sie einen Infostand eröffnet. Wenn ab dem 8. September in der Friedrichstraße der Verkehr wieder fließt, wird dafür die Karlstraße gesperrt. Ob sie dann aus dem Fußgängertunnel kommend mit dem Fahrrad geradeaus Richtung Neckarbrücke fahren könne, fragte eine Besucherin. „Nein“, antwortete Sawyerr und holte ein Blatt Papier aus ihrer Mappe: „Ein Plan sagt mehr als tausend Worte.“

Wenn alle Bauarbeiten fertig sind, werden durch die Friedrichstraße keine Busse mehr fahren. Was nach noch mehr Entspannung klingt, hat für das Schuhhaus Geiger negative Folgen: „Durch die fehlenden Bushaltestelle gehen uns einige Kunden verloren“, sagte die Inhaberin Trick. „Wir hatten sogar immer wieder Leute im Laden, die sagten: ‚Ich nehme die Schuhe, ich probiere sie gar nicht an. Mein Bus kommt gleich.‘“

Das Friedrichstraßenfest genoss am Samstag bei bestem Wetter viel Zulauf
Noch fließt in der Friedrichstraße kein Verkehr – so ließ sich hier beim Straßenfest richtig schön Flanieren, Shoppen und zu Mittag Essen. Bilder: Metz

Vom 8. September an soll in der Friedrichstraße wieder der Verkehr fließen. Bis dahin sind noch letzte Bauarbeiten zu erledigen: Ein Blindenleitsystem wird in die Pflastersteine der Bürgersteige geschnitten, Bäume werden gepflanzt, 22 Fahrradständer angebracht. Um die beiden Platanen vor dem Café Lieb werden Sitzbänke installiert. Vor allem die Passage zwischen Café Lieb und Schuhhaus Geiger muss noch gepflastert werden. „Bis nächste Woche Montag sollte alles erledigt sein“, sagte die Stadtplanerin Leslie Sawyerr. „Selbst wenn es etwas länger dauern sollte: Für den Verkehr wird die Friedrichstraße dann auf jeden Fall wieder freigegeben.“

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01.09.2014, 12:00 Uhr

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