Empfingen · Verkehr

Das Gesamtkonzept zählt

Bürgermeister und Gemeinderat möchten die Empfinger Ortsumfahrung jenseits der A81 beginnen lassen und um das geplante Gewerbegebiet herumführen.

26.05.2020

Von Manuel Fuchs

Ein Gutachten hat drei Möglichkeiten der Empfinger Ortsumfahrung untersucht. Die Gemeinde bevorzugt Variante 2. Grafik: Gemeinde Empfingen

Im Empfinger Rathaus begrüßte Bürgermeister Ferdinand Truffner in der vergangenen Woche den Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium Steffen Bilger, Landrat Dr. Klaus Michael Rückert sowie Vertreter des Gemeinderats.

Nach einer kurzen Einführung in die aktuelle Kommunalpolitik durch Bürgermeister Truffner wurde das Vorhaben der Ortsumfahrung der Landesstraße410 anhand des vorliegenden Verkehrsgutachtens erläutert. Für die Umsetzung sei zwar das Land Baden-Württemberg zuständig, erläuterte Truffner, dennoch wolle die Gemeinde wegen der Wechselwirkungen mit der Bundesautobahn auch mit Vertretern des Bundesministeriums sprechen.

Für die Ortsumfahrung der Landesstraße 410 sind drei Varianten in der Diskussion: Variante 1 (in der Grafik orange dargestellt) und 3 (blau) schließen am bestehenden Knotenpunkt Haigerlocher Straße/Robert-Bosch-Straße nahe der Shell-Tankstelle an das Straßennetz an und verlaufen westlich der Autobahn nach Norden zur Querung der Wiesenstetter Straße. Variante 2 (violett) hingegen schließt östlich der Autobahn mit einem neuen Knotenpunkt an die Bundestraße 463 an und verläuft östlich des geplanten interkommunalen Gewerbegebietes nach Norden bis zur Einmündung in die bestehende Kreisstraße 4768. In der Weiterführung soll diese Trasse der Nordumfahrung auf der bestehenden K 4768 die A81 unterqueren und auf Höhe der Robert-Bosch-Straße in den Verlauf der neuen Trasse nördlich des bebauten Gemeindegebietes übergehen. Dies entlaste, so das Gutachten, den Knotenpunkt Haigerlocher Straße/Robert-Bosch-Straße, und reduziere laut Truffner die Verkehrsgeräusche in benachbarten Wohngebieten sowie am Empfinger Hof. Mit den Varianten 1 und 3 hingegen gehe für diese Bereiche eine starke Geräuschbelastung einher, führte Truffner aus.

Variante 2 erzielt laut Gutachten die deutlich größten Verkehrsströme auf der Nordumfahrung und führt im Vergleich mit den anderen Varianten zu geringfügig weniger Verkehr auf der Haigerlocher Straße in der Ortsmitte, weshalb die Gemeinde sie bevorzugt.

Landrat Dr. Rückert erklärte, der Ausbau der Landesstraße stehe für den Landkreis besonders im Fokus. Gewerbegebiete würden dringend benötigt. Der Landkreis stehe hinter der Variante 2 der Nordumfahrung und stärke der Gemeinde den Rücken. Das geplante interkommunale Gewerbegebiet sei ein idealer Standort, ergänzte der Landrat.

Auch Gemeinderäte begrüßten Signale der IHK Nordschwarzwald und des Regionalverbands Nordschwarzwald, dass diese Flächen „Premiumflächen für Gewerbe“ seien. Man müsse das Gesamtkonzept aus Ortsumfahrung und Gewerbegebiet sehen, so der Tenor.

Staatssekretär Bilger sah keine größeren Probleme bei der Unterführung der Bundesautobahn A81 im Zuge der Variante 2. Er begrüßte die Initiative der Gemeinde, zusätzliche Parkflächen für Lastwagen zu schaffen und so vor Ort einer Überfüllung entgegenzuwirken. Die Ansiedlung eines Autohofs würde auf der Grundlage kommunalen Baurechts erfolgen.

Truffner stellte in Aussicht, mit dem interkommunalen Gewerbegebiet könne die Gemeinde Stellplätze, die Bund und Land händeringend fordern, und einen attraktiven Autohof entwickeln. Er wolle jedoch der Arbeit des Gemeinderats nicht vorgreifen.

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Erstellt:
26. Mai 2020, 20:30 Uhr
Aktualisiert:
26. Mai 2020, 20:30 Uhr
zuletzt aktualisiert: 26. Mai 2020, 20:30 Uhr

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