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Biathlon

Das Glück des Tüchtigen

Wenn Martin Fourcade am Schießstand trifft, haben Schempp und Co. keine Chance.

14.01.2017

Von MANUELA HARANT

Voll fokussiert: Martin Fourcade beim Schießen. Foto: dpa

Ruhpolding. Als Emil Hegle Svendsen in der Pressekonferenz nach dem Sprint von Ruhpolding erklären musste, was ihm als Drittplatziertem auf Seriensieger Martin Fourcade gefehlt hat, saß der Franzose lässig daneben und naschte an einem Energieriegel. „Ich schaue weniger auf die anderen, sondern versuche mich auf meine Stärken zu fokussieren“, sagte der Norweger Svendsen – wie eigentlich jeder Konkurrent, der mal wieder vom Dominator aus den Pyrenäen abgehängt wurde. Denn gegen die Lässigkeit des Franzosen war gestern beim Laufen und Schießen über 10 Kilometer einfach kein Kraut gewachsen. „Vielleicht war ich heute so schnell, weil ich im Ziel sein wollte, bevor es schneit“, witzelte Fourcade angesichts seines Wetter-Pokers mit der hohen Startnummer 60. Da der Schneefall erst nach dem neunten Saisonsieg des Franzosen einsetzte, herrschten jedoch für alle Biathleten gleiche Bedingungen auf der Strecke.

Einzig der für Ruhpolding ungewöhnlich starke und böige Wind am Schießstand machte einigen Läufern zu schaffen. Selbst Fourcade musste zugeben, dass er das Stehendschießen nur mit Glück fehlerfrei durchbrachte. „Die letzten Schüsse waren allesamt Randtreffer“, sagte der Führende im Sprint-, Verfolgungs- und Gesamtweltcup. Fourcade bewies mit 18 Sekunden Vorsprung vor den beiden ebenfalls fehlerfreien Julian Eberhard (Österreich) und Emil Hegle Svendsen (+39,7 Sekunden), dass er sich in diesem Winter nur selbst schlagen kann. Nebenbei schenkte Fourcade seine Goldmedaille für seinen vierten Sprint-Sieg im fünften Rennen sogar einem jungen Mädchen aus Ruhpolding. Der 28-Jährige ist selbst vor eineinhalb Jahren Vater einer Tochter geworden.

Auch die Deutschen hatten mit ihren Laufzeiten gestern keine Chance, Fourcade zu ärgern. Arnd Peiffer blieb zwar fehlerfrei, verlor jedoch auf der Schlussrunde noch knapp 30 Sekunden auf die Spitze und verpasste mit 51,8 Sekunden Rückstand auf Fourcade knapp das Podium. „Ich habe mich ganz schön gequält“, sagte Peiffer, der nach dem anstrengenden Staffelrennen vom Mittwoch noch etwas müde wirkte.

Doll landet auf Platz 20

„Wir haben bei den Heimrennen vielleicht etwas weniger Regenerationszeit als die anderen Nationen“, merkte Simon Schempp an, der gestern nicht fehlerfrei durchkam. „Da war ein ganz schöner Wind drin“, meinte der Uhinger. Doch während Fourcade mit dem Glück des Tüchtigen seine Führung im Gesamtweltcup vor Simon Schempp auf 260 Punkte ausbaute, ging bei dem Schwaben ein Treffer daneben und er wurde eine Sekunde hinter Peiffer Fünfter. „Wenn man mit einem Fehler rausgeht und es trotzdem in die Top 6 schafft, kann man schon zufrieden sein“, sagte Schempp, der sich im Hinblick auf die Verfolgung am Sonntag (11.30 Uhr/ARD und Eurosport) immer noch in einer guten Ausgangsposition befindet.

Benedikt Doll, zweitbester Läufer im Feld, leistete sich drei Fehler in der zweiten Schießeinlage und landete mit 1:26,3 Minuten Rückstand auf Platz 20. „Ich schaffe es manchmal immer noch nicht, mich richtig auf das Schießen zu konzentrieren. Das ist meine große Schwäche momentan“, meinte der Schwarzwälder selbstkritisch: „Aber in der Verfolgung ist immer noch alles drin.“ Manuela Harant

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Erstellt:
14. Januar 2017, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
14. Januar 2017, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 14. Januar 2017, 06:00 Uhr

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