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Freibadchef David Letzgus-Maurer über seinen Job

Das Glück in kurzen Hosen

Das Freibad war schon immer sein Favorit unter den Tübinger Bädern. Seit einem guten halben Jahr ist David Letzgus-Maurer der neue Herr der Becken.

16.08.2012
  • katharina mayer

Tübingen. Seit Mai ist David Letzgus-Maurer der neue Chef im Tübinger Freibad. Den Job hat er von seinem Vorgänger Erich Lober übernommen, der 22 Jahre lang die Geschicke des Freibads gelenkt hat.

Zehn Jahre sei er nun schon bei den Stadtwerken, erzählt David Letzgus-Maurer. „Angefangen habe ich als Beckenaufsicht.“ Eigentlich hat der 39-Jährige Landmaschinenmechaniker gelernt. Die Bekanntschaft mit seinem Vorgänger brachte ihn dann aber in die Tübinger Bäder. „Dann habe ich mich weitergebildet, erst zum Fachangestellten für Bäderbetriebe und dann zwei Jahre später zum Meister“, sagt Letzgus-Maurer.

Irgendwann sei er dann stellvertretender Leiter im Hallenbad Nord gewesen – aber immer mit Tendenz ins Freibad. „Ich habe auf diese Stelle hingearbeitet, so blöd es sich auch anhört“, sagt Letzgus-Maurer beim TAGBLATT-Gespräch am Beckenrand und lacht. „Das Freibad liegt mir halt einfach.“

Und mit ihm die ganzen Aufgaben drum herum: Ab- und Aufbau, Ein- und Auswinterung, die Ausbildung der beiden Azubis, Technik und Organisation – die Aufgaben des neuen Freibadchefs sind vielfältig. „Garderobe, Müll, Kasse – man muss alles können.“ Auch die Verwaltung gehört zu Letzgus-Maurers Aufgaben. „Ich sollte viel mehr am PC sitzen“, sagt er. Aber er sei eben jemand, der gern draußen ist und handwerklich arbeitet. Zum Leidwesen des Stadtwerke-Abteilungsleiters Frank Raible sei die Arbeit am Computer „ein bisschen mein Manko“.

Schritt für Schritt in die neue Verantwortung

Ständig klingeln die beiden Handys, mal geht es um den Nachschub an Pflastern, dann wieder möchte jemand mit seinem Vorgänger sprechen. Das passiere regelmäßig, sagt Letzgus-Maurer. Ebenso regelmäßig besuche auch Lober noch „sein“ Freibad. Schon in den Jahren vor der Übergabe habe Lober ihm immer mehr Aufgaben und Verantwortung übertragen. Lober habe „die Verwaltungs- und Organisationssachen noch alle selbst gemacht. Aber die Hardware außenrum habe ich die letzten zwei Jahre schon gemacht.“ Viel Freiraum und viele Aufgaben, fasst Letzgus-Maurer diese Zeit zusammen. „Das war auch gut – irgendwann muss man alleine laufen.“

Früh-, Spät- und Mittelschicht teilen sich im Freibad die Aufgaben, die zu den Öffnungszeiten – derzeit von 7 bis 20.30 Uhr – anfallen. Trotz geregelter Arbeitszeiten sei das Freibad „ein Saisonbetrieb, da muss man halt mal mehr ranklotzen“. Zurzeit – dem Sommer sei Dank – ist das Freibad gut besucht. Knapp 200 000 Badegäste sind in diesem Jahr schon gekommen – 40 000 mehr als im selben Zeitraum des Vorjahres, sagt Letzgus-Maurer. Eine sehr gute Saison sei das. „Wegen mir könnte jede so laufen – vielleicht nicht ganz so extrem wie im Jahrhundertsommer 2003, da waren Mensch und Maschine hier extrem beansprucht.“

Letzgus-Maurer freut sich über jeden Badegast: „Wenn so richtig Action ist, das mag ich halt.“ Das Wichtigste sei ohnehin, sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen und für alle ansprechbar zu sein, egal ob Lob oder Beschwerde der Anlass sei. „Die Badegäste in Tübingen sind anspruchsvoll, die merken genau, wenn etwas nicht der gewohnten Qualität entspricht“, sagt Letzgus-Maurer. Solchen Hinweisen gehe das Team sofort nach und repariere den Schaden. „Die Wege sind bei uns stadtwerkeintern sehr kurz.“ Häufig sei der Defekt noch am selben Tag repariert.

In den kommenden Jahren möchte er vor allem den Standard bewahren, den das Tübinger Freibad derzeit hat. „Die Qualität, die mein Vorgänger erreicht hat, möchte ich so hoch halten, wie sie ist.“ Da müsse man das Rad nicht neu erfinden. Das sei aber dann nicht nur sein Verdienst, sagt der bekennende Teamplayer. „Das ist das Ding der ganzen Mannschaft, von der Abrechnung bis zur Beckenaufsicht.“ Letzgus-Maurer beschreibt sich als „Sommer- und Sonnenmensch“. Im Winter aber arbeitet er im Hallenbad Nord. „Da tu ich meinen Dienst am Becken oder in der Organisation.“ Warm wird es ihm trotzdem: „Ich bin auch Saunameister.“ Kurzum, auf Hitze muss er auch im Winter nicht verzichten. „Ich habe das Glück, das ganze Jahr in kurzen Hosen herumlaufen zu können.“ Zumindest dienstlich.

An Bewegung mangelt es ihm im Bad nicht

Privat verbringt der Freibadchef viel Zeit mit seinen drei Söhnen. Vom Fußballspiel über das Trampolin bis hin zu Vereinen hätten die allerlei, womit sie ihren Vater „auf Trab halten“ könnten. In der Kategorie Hobby laufen „Wald und Holz – ich habe eine Holzheizung.“ Ein wenig Fahrrad fährt Letzgus-Maurer auch noch, wenn es die Zeit zulässt. Den American Football hingegen –er hat „vor weiß der Geier wann“ die Tübinger Red Knights mitbegründet – hat Letzgus-Maurer an den Nagel gehängt. „Meine Kilometer krieg ich im Freibad auch zusammen – die Waden sind gut durchblutet“, lacht er. Für die kommenden Wochen und Monate wünscht Letzgus-Maurer sich „einen langen Sommer, dass die Gäste sich hier gut entspannen können und dass nichts passiert“.

Das Glück in kurzen Hosen
Freibadleiter David Letzgus-Maurer beschreibt sich selbst als „Sommer- und Sonnenmensch“. Bild: Mayer

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16.08.2012, 12:00 Uhr

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