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Das Gutachten des Nabu

Eine Untersuchung des Milan-Vorkommens im Rexinger Waldgebiet „Großer Hau“ hat Horbs Naturschutzbund im Zuge der Planungen für Windkraftanlagen beauftragt. Ergebnis: „Von der Errichtung eines Windparks ist dringend abzuraten.“ Für den Horber Naturschutzbund hat der Diplom-Geo-Geograph und Freie Ökologe Jochen Walz aus Leonberg einen „Endbericht zur Erfassung von Ro- und Schwarzmilan-Revieren sowie zur Erfassung von Flugbewegungen über dem Seewald/Großem Hau, westlich Horb-Rexingen, im Zuge der geplanten Windkraftanlagen“ vorgelegt. Seine abschließende Bewertung folgt im Wortlaut: „Der von der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg geforderte Mindestabstand von einem Kilometer ist im Bereich Großer Hau / Seewald bei drei Rotmilan- Revieren, einem Schwarzmilan- Revier, einem Wespenbussard-Revier, einem Wespenbussard-Revier-Verdacht und einem Baumfalken-Revier nicht gegeben.

04.10.2012

Alle angeführten Horst-Reviere befinden sich in einem Radius von einem Kilometer zu mindestens einem bis maximal fünf geplanten Windkraftanlagen. Nur eine bis zwei der geplanten Windkraftanlagen befinden sich knapp außerhalb eines Radius von einem Kilometer zu einem besetzten Horst- Revier. Damit ist davon auszugehen, dass ein auf der Planung beruhendes Vorhaben gegen artenschutzrechtliche Verbote verstößt. Eine Ausnahmeregelung kommt für diesen Fall nicht in Betracht, da der Planungsbereich intensiv von mehreren der angeführten Revier-Paare zur Nahrungssuche überflogen wird, womit dieser Bestandteil der regelmäßigen Aktionsräume ist. Dabei wird er in breiter Front, mehr oder weniger in allen Bereichen überflogen. Neben den Revierpaaren wird der Wald von weiteren Individuen ,Kollisionsgefährdeter Greifvogelarten‘ überflogen. Der Wald wird allerdings nicht nur überflogen, sondern zumindest die Bereiche der Bahnlinie und die große Lichtung am Ihlinger Berg werden auch bejagt.“ Damit könnte die Lichtung gemeint sein, die der Naturschützer Volkmar Rieber als Windkraft-Standort vorgeschlagen hatte.

Weiter schreibt Walz: „Die Schaffung zusätzlicher Lichtungen im Zuge der Errichtung von Windkrafträdern, wird weitere potenzielle Nahrungsflächen schaffen und mit den zu erwartenden Kollisionsopfern auch zusätzlich leicht verfügbare Nahrung in Form von Aas. Damit werden die Milane von den Windkrafträdern sogar noch angezogen. Wenngleich Rot- wie Schwarzmilane überwiegend im Offenland jagen, suchen sie dennoch lohnende Waldlichtungen mit niedriger Vegetation gezielt und intensiv nach Beute ab. Von der Errichtung eines Windparks im Bereich Großer Hau/ Seewald ist daher dringend abzuraten.“

Andreas Ellinger Info: www.nabu-horb.de

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04.10.2012, 12:00 Uhr

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