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Das Kleingedruckte, das niemand beim Bezahlen liest
Die Hektik beim Bezahlen an der Kasse ist meist groß vor allem in Deutschland. Wer sich dann hinstellt und angesichts der Schlange hinter sich den Text auf dem zu unterschreibenden Kassenbon liest, braucht Nerven aus Stahl. Foto: Bildquelle
Einzelhandel

Das Kleingedruckte, das niemand beim Bezahlen liest

Schnell etwas unterschreiben, ohne es zu beachten? Was sonst ziemlich riskant wäre, tun Millionen Kunden regelmäßig an der Ladenkasse.

22.04.2017
  • DPA

Berlin. Plakate mit Sonderangeboten, Preisschilder, bunte Packungen, lange Zutatenlisten: Einkaufen im Supermarkt bedeutet für die Kunden auch, viel zu lesen. Ausgerechnet an der Kasse, wenn es ums Zahlen mit Karten geht, schauen aber wohl die meisten gar nicht richtig hin. Verbraucherschützer mahnen den Handel, Kunden im Kleingedruckten nichts unterzujubeln. Denn am praktischen Zahlverfahren per Signatur will keiner rütteln. Wo ist das Problem? An der Kasse muss es fix gehen. „Hand aufs Herz: Wer würde das Kleingedruckte hinten auf einem Bon lesen – zumal in der hektischen Situation des Bezahlvorgangs?“, fragt der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv), Klaus Müller. Etwas Bequemlichkeit komme vielleicht dazu, schnell zu unterschreiben. Dabei sei es auch kein großes Verbraucherproblem, sondern angemessen und einfach, auf diese Weise in Zahlungen einzuwilligen. „Aber man sollte wachsam sein“, warnt Müller. Schwierig wäre es, wenn weitere Daten abgefragt würden. Und generell wollten Anbieter ja mehr zum Kaufverhalten wissen. „Wenn sie nicht offen und ehrlich danach fragen, sondern das in so eine Unterschriftserklärung hineinschummeln – das wäre nicht zulässig.“

Welche Rolle spielt das Zahlen mit Unterschrift? Im gesamten Einzelhandel wird gut die Hälfte der Einkäufe immer noch bar bezahlt. Lastschriften mit EC-Karte plus Unterschrift kommen auf einen Anteil von 14 Prozent. Das Verfahren sei ein über viele Jahre gelebtes Zahlsystem und den Kunden bekannt, heißt es etwa bei Rewe. Am Bon-Text seien „fast alle Kunden“ nicht interessiert. Teils steht er auch nur auf einem zweiten Exemplar, das die Kassiererin behält. Auf Wunsch könne aber jeder Kunde einen Ausdruck bekommen. In den Märkten gebe es außerdem Aushänge mit Informationen dazu.

Was sind Vorteile des Zahlens mit Unterschrift? Viele Läden setzen auf eine Kombination mit dem sichereren System von EC-Karte plus Geheimzahl, das auf einen Anteil von 23 Prozent kommt. Hier garantiert die Bank direkt für die Zahlung, kassiert vom Händler aber bis zu 0,2 Prozent des Bon-Betrags als Gebühr – die entfällt bei der Variante mit Unterschrift. Die Wahl zwischen den beiden Methoden sichere einen günstigen Zahlungsweg, argumentiert der Handelsverband.

Um Ausfallrisiken zu begrenzen, können Kassen immer die Geheimzahl verlangen. Oder pro EC-Karte geht es nur einmal am Tag mit Unterschrift. Generell seien Lastschriften auch für die Kunden sinnvoll, sagt vzbv-Chef Müller – sie sind nämlich im Falle eines Falles leicht wieder rückgängig zu machen. dpa

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22.04.2017, 06:00 Uhr

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