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Das Land soll den Ausbau finanzieren
Der Schienenverkehr in der Region muss massiv ausgebaut werden. Foto: SSB
Nahverkehr

Das Land soll den Ausbau finanzieren

Die Stuttgarter Straßenbahnen fordern schnelle Zusagen. Allein könne man neue Busse und Bahnen nicht bezahlen.

14.12.2016
  • DOMINIQUE LEIBBRAND

Stuttgart. Für den öffentlichen Nahverkehr in Stuttgart und der Region gilt: Immer mehr Fahrgäste setzen auf ihn. Allein die Stuttgarter Straßenbahnen (SSB) AG, die für die gelben Stadtbahnen und den Busverkehr in der Landeshauptstadt zuständig ist, verzeichnete bis Oktober ein Fahrgastwachstum von 2,1 Prozent. Tendenz weiter steigend, wie die SSB-Finanzvorständin, Stefanie Haaks, am Dienstag bei der Vorstellung des Wirtschaftsplanes sagte.

Verschleiß schreitet voran

Eine Entwicklung, die Haaks als Segen und Fluch bezeichnet. Freilich freut man sich im feinstaubgebeutelten Stuttgart, wenn Menschen auf Bus und Bahn umsteigen. Andererseits bedeuten mehr Fahrgäste, dass die Kapazitäten ausgebaut, also neue Fahrzeuge angeschafft werden müssen, mehr Personal benötigt und die in die Jahre gekommene Infrastruktur noch schneller verschlissen wird. Investitionen in Millionenhöhe werden also nötig, bis 2020 müssen laut Haaks Kredite in Höhe von fast 70 Millionen Euro aufgenommen werden.

Weitere öffentliche Zuschüsse seien notwendig, so Haaks weiter. Ohne diese könne man dringende Vorhaben wegen der angespannten wirtschaftlichen Lage nicht mehr stemmen. Die Augen der SSB richten sich dabei aufs Land, von dem sie sich wie viele andere Verkehrsbetriebe und Kommunen in Baden-Württemberg rasche Zusagen in Sachen Fahrzeugförderung erhofft. 2017 geht die SSB von Bruttoinvestitionen von 150,5 Millionen Euro aus. Darin enthalten sind Infrastrukturmaßnahmen, die rund 80 Millionen Euro verschlingen wie beispielsweise die Verlängerung der Linie U6 von Fasanenhof bis zum Flughafen oder S-21-Folgemaßnahmen, aber immerhin kofinanziert werden. Für neue Stadtbahnen werden 41,5 Millionen Euro benötigt, wobei man zusätzlich zu 20 bestellten, gern 20 weitere ordern würde. Doch das muss warten.

Alles in allem hat die SSB Vorhaben mit einem Investitionsbedarf von rund 250 Millionen Euro zunächst zurückgestellt. So steht etwa die Anschaffung neuer Busse, die die Euro-6-Norm erfüllen und für bessere Luft im Talkessel sorgen sollen, unter Vorbehalt. Was indes beschlossen ist: Die U 19, die in der Feinstaub-Saison von Neugereut zum Neckarpark und damit zum Mercedes-Museum und zum Stadion fährt, soll ab Herbst 2017 in den Regelbetrieb gehen, kündigte der SSB-Vorstandsprecher Wolfgang Arnold an.

Während die Einnahmen 2017 auf 350,55 Millionen Euro (davon 232 Millionen Euro aus Ticketverkäufen) taxiert werden, prognostiziert die SSB, dass die Ausgaben bei 373 Millionen Euro liegen werden. Ergibt ein Defizit von 22,5 Millionen Euro, was Haaks deshalb positiv bewertet, weil die städtische Tochter damit die Vorgabe erfüllt, nicht über die 25 Millionen Euro zu kommen. dl

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14.12.2016, 06:00 Uhr

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