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In den eigenen Wellen geschwommen

Das Mittwochs-Interview: Schwimmer Simon Hengel über sein Abschneiden bei der Kurzbahn-DM

Der Freudenstädter Simon Hengel hat bei der Kurzbahn-DM im Schwimmen in Wuppertal einmal das A-Finale und zweimal das B-Finale erreicht. Die SÜDWEST PRESSE sprach mit dem 24-Jährigen über seine Ergebnisse bei der DM, und wo er sich noch verbessern muss, damit es mit einem Olympia-Ticket für 2016 in Rio de Janeiro klappt.

25.11.2015

SÜDWEST PRESSE: Herr Hengel, über die 50-Meter-Freistil-Strecke sind Sie ins A-Finale geschwommen. Am Ende sprang Platz sechs heraus. Wie zufrieden sind Sie mit dem Rennen und der Zeit von 0:22,33 Sekunden?

Simon Hengel: Mit meiner 50-Meter-Freistil-Zeit aus dem Vorlauf war ich zufriedener. Im Endlauf bin ich die ersten 25 Meter mit einer zu hohen Frequenz angegangen, zudem habe ich mich bei der Wende zu flach abgestoßen und musste dann in meinen eigenen Wellen schwimmen. Dies hat Zeit und eine bessere Platzierung gekostet. Über diese Distanz reicht ein kleiner Fehler aus, um eine gute Platzierung zu verpassen. Dennoch bin ich mit meiner Vorlaufzeit von 22,10 Sekunden sehr zufrieden, denn es war eine persönliche Bestzeit.

Zuvor hatten Sie über die 50-Meter-Schmetterling-Distanz und die 100-Meter-Freistil-Strecke das A-Finale verpasst und sind 14. und 13. geworden. Waren Sie enttäuscht?

Nein! Über die 50-Meter-Schmetterling-Distanz habe ich genau so eine Platzierung erwartet und über die 100-Meter-Freistil-Strecke bin ich erstmals unter der magischen 50-Sekunden-Zeit geblieben. Über beide Strecken war ich noch nie in der Lage gewesen, in ein A-Finale zu schwimmen.

Sie haben im Vorfeld der Kurbahn-DM gesagt, Sie wollen diese Meisterschaft für einen Formcheck nutzen. Stimmt die Form?

Ja! Ich habe gesehen, dass unsere Trainingsinhalte gut angeschlagen haben. Trotzdem muss ich weiter an den Schwächen arbeiten. Bei der Wende muss ich mich besser abstoßen und danach auch die Hüfte besser strecken.

Sie haben nun gesehen, wie stark die Konkurrenz um ein Olympia-Ticket ist. Sind Sie beeindruckt oder haben Sie mit den Zeiten der Konkurrenten gerechnet.

Ich habe mit den Zeiten der Konkurrenten gerechnet.

Während der DM gab es auch große Diskussionen, ob das DSV-Team zur Kurzbahn-EM nach Israel fährt oder nicht. Dazu gab es auch eine Abstimmung. Die Mehrzahl der Athleten hat sich gegen einen Start im politisch unsicheren Land Israel entschieden. Wie haben Sie abgestimmt?

Es durften nur die Olympioniken abstimmen, zu diesen Schwimmern gehöre ich nicht.

Trotz der Abstimmung fahren nun 27 Athleten zur Kurzbahn-EM nach Israel. Warum hat es eigentlich die Abstimmung gegeben, wenn nun eh ein Teil dorthin fliegt?

Das ist eine gute Frage. Das versteht keiner. Ich denke, es sollte einfach nur abgefragt werden, wer gar nicht teilnehmen möchte. Ich finde die ganze Sache aber schon etwas komisch.

Sie werden sicher nicht am Start sein. Wie sehen die nächsten Wochen aus?

Die Kurzbahn-Saison ist nun zu Ende. In diesem Jahr steht am zweiten Dezember-Wochenende nur noch ein Langbahnwettkampf in Wetzlar auf dem Programm. Dort möchte ich meine Form von der Kurzbahn auf die Langbahn übertragen.

Sie konzentrieren sich nach dem abgeschlossenen Studium zum Wirtschaftsingenieur bis zu den Olympischen Spielen voll und ganz auf den Schwimmsport. Welchen Unterschied merken Sie zwischen dem jetzigen Training und dem Training davor mir Lernphasen für das Studium?

Egal, ob ein Sportler lernt oder nicht, es wird überall gleichviel trainiert. Ich kann mir nun aber den Luxus erlauben, eine gute Regenerationsphase zu haben. Dies haben nur wenige Sportler. Zudem unterstützt mich ein Ernährungsberater und ein Psychologe.

Wie sieht die Arbeit mit dem Psychologen aus?

Wir gehen immer alle Rennen durch, er sagt mir, worauf ich achten muss und nimmt mir auch den Druck von den Schultern.

Ist es aber nicht so, dass im Becken ihre Abläufe automatisiert sind. Schwimmen Sie da nicht einfach, so schnell es geht, durchs Wasser?

Nur im besten Fall ist der Kopf ausgeschaltet. Meist habe ich aber ein paar Gedanken im Kopf. Nach einigen guten Trainingseinheiten will ich ja dann auch zeigen, was ich kann. Dies kann dann den Körper blockieren und die Leistung sackt ab. Zudem habe ich immer nur eine Chance – bei der DM – mich für die internationalen Wettkämpfe zu qualifizieren. Mit dieser Situation muss ich auch erst richtig umgehen können, dass meine Form genau zu diesem Zeitpunkt dann am besten ist. Privatbild

Das Interview führte

Sascha Eggebrecht

Zur Person

Der Freudenstädter Simon Hengel hat mit dem Schwimmsport im Alter von

neun Jahren beim ASV Horb angefangen. Dies war im Jahr 2000. Der Schwimmer startet für den SV Nikar Heidelberg, trainiert im Olympiastützpunkt Heidelberg und hat in Karlsruhe Wirtschaftsingenieurwesen studiert. Im Moment konzentriert sich Hengel nur auf sein großes Ziel – Olympia 2016. Zu seinen größten Erfolgen gehören die beiden Bronze-Medaillen bei den deutschen Meisterschaften über die 50-Meter-Schmetterling-Distanz.

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25.11.2015, 01:00 Uhr

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