Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Das Niveau
ist leicht
gestiegen
Gewerkschafterin Annelie Buntenbach Foto: dgb
Renten

Das Niveau ist leicht gestiegen

Aktuell ist die Lage besser als erwartet. Offen ist, welche Reformen noch vor der Bundestagswahl beschlossen werden.

10.11.2016
  • DIETER KELLER

Würzburg. Erstmals seit langem steigt das Rentenniveau in diesem Jahr leicht an, und zwar von 47,8 auf 48 Prozent. Das sagte Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) nach der jüngsten Verhandlungsrunde der großen Koalition über Rentenreformen, die auf den 24. November vertagt wurde.

Hauptgrund für die positive Entwicklung ist die kräftige Rentenerhöhung in diesem Jahr. Das Rentenniveau gibt an, wie viel Rente ein Durchschnittsverdiener nach 45 Arbeitsjahren im Vergleich zum Durchschnittseinkommen hat. Bis 2030 sinkt es zwar nach den neuesten Berechnungen auf 44,5 Prozent, während der Beitragssatz von 18,7 auf 21,8 Prozent zu steigen droht. Aber die Entwicklung ist deutlich positiver als die gesetzlichen Vorgaben von mindestens 43 Prozent Rentenniveau und maximal 22 Prozent Beitrag, wie neue Berechnungen der Deutschen Rentenversicherung Bund zeigen.

Bis 2045 könnte das Niveau allerdings auf 47,1 Prozent fallen, während der Beitrag auf 23,6 Prozent zu klettern droht. Würde das Niveau dagegen auf dem heutigen Stand eingefroren, wie die Gewerkschaften fordern, wären 26,9 Prozent Beitrag nötig. Dann müssten Arbeitnehmer und Arbeitgeber 44 Mrd. EUR im Jahr zusätzlich aufbringen, wie Renten-Vorstandsmitglied Alexander Gunkel vor Journalisten vorrechnete. Nahles hat „Haltelinien“ für Beitragssatz und Rentenniveau versprochen, bisher aber nicht gesagt, wo sie liegen sollen.

Aktuell ist die Rentenversicherung gut aufgestellt: Die Renten sind seit 2007 im Westen um fast 16 Prozent und im Osten um 24 Prozent gestiegen. Da es gleichzeitig 12 Prozent Inflation gab, haben die Rentner real etwas mehr in der Tasche. Der derzeitige Beitragssatz reicht nach Angaben der Vorstandsvorsitzenden Annelie Buntenbach voraussichtlich bis ins nächste Jahrzehnt. Sie erwartet vor der Bundestagswahl 2017 Verbesserungen bei den Betriebsrenten und den Renten wegen Erwerbsminderung. Unwahrscheinlich ist, dass die „Haltelinien“ noch gesetzlich fixiert werden. Offen ist, ob die Angleichung der Ost-Renten an das West-System noch kommt. Dieter Keller

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

10.11.2016, 06:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Wirtschaft im Profil

Die aktuelle Ausgabe unseres Business-Magazins Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball