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Eduard Lucas und die Obstsorten

Das Pomologische Institut

Reutlingen. Anfang 1860 gründete Eduard Lucas (1816–1882) in Reutlingen ein Pomologisches Institut mit angeschlossener Fachschule, zu dessen Aufgaben die Förderung der Pomologie (Obstsortenkunde) gehörte.

21.04.2011

Das Institut erlangte rasch einen beachtlichen Ruf sowohl durch die dort erzielten Zuchterfolge wie auch wegen der Qualität der Gärtnerausbildung und hatte damit Vorbildcharakter für ähnliche Einrichtungen im In- und Ausland. Voraussetzung für den Schulbetrieb war allerdings das erfolgreiche Wirtschaften als Handelsunternehmen: So verkaufte das Institut etwa Obstbäume, Sämereien oder auch Gartenwerkzeuge und unterhielt sogar eine eigene Weinkellerei.

Bauliche Erweiterungen wurden durch den großen Zuspruch von Schülern aus dem In- und Ausland, ja selbst aus Übersee, notwendig. Nach dem Tod von Eduard Lucas im Jahr 1882 übernahm sein Sohn Friedrich die Leitung des Instituts, das er weiter ausbaute.

Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs verschlechterte die Situation des Instituts dramatisch. Das Baumschulgeschäft brach ein, Lehrer und Zöglinge wurden einberufen und die traditionell guten Beziehungen zum Ausland waren abgeschnitten. Die Anstalt konnte sich von den Folgen des Kriegs nicht mehr erholen und litt zudem unter der Inflation. Im Jahr 1922 stand sie zur Zwangsversteigerung an, das Institut wurde aufgelöst.

Erst 1961 konnte die Stadt Reutlingen Gebäude und mehr als drei Hektar Gelände erwerben. Mehr als 20 Jahre diente es unterschiedlichen Zwecken, bis es 1984 mit der Landesgartenschau eine adäquate Nutzung fand. Es dient heute der innerstädtischen Naherholung.

Das Pomologische Institut
Pomologisches Institut um 1870: Wegen des großen Zulaufs musste das Institutsgebäude schon 1869 um ein Geschoss erhöht werden. Die Aufnahme zeigt außerdem vorne rechts die Wirtschaft „Zum Löwen“ in der Alteburgstraße.

Das Pomologische Institut
Ökonomierat Lucas mit Zöglingen: Innerhalb von 50 Jahren war die Schülerzahl insgesamt auf mehr als 3.000 angestiegen. Für einen dreijährigen Kurs musste ein Schüler etwa 1500 Mark aufwenden. Dagegen erhielt er nur eine geringe Arbeitsvergütung pro Tag. Ohne die billige Arbeitskraft seiner Schüler wäre die wirtschaftliche Absicherung des Instituts allerdings kaum möglich gewesen. Zu dem hier gezeigten Abschlussfoto – etwa um 1900 – mit Ökonomierat Friedrich Lucas in der Mitte und Wilhelm Wolf ganz rechts werden noch weitere Informationen gesucht.

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21.04.2011, 12:00 Uhr

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