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Feine Unterschiede

Das Pr0blem mit der Passk0ntr0lle

Es ist beruhigend, einen gültigen Pass zu besitzen, der einem die Reise egal wohin erlaubt. Und eine eigene Passnummer zu haben, wie schön ist das erst! Doch auch für diejenigen, die lesen können, ergeben sich manchmal Probleme. Sogar bei Buchstaben, die Kinder als erstes in der Schule lernen wie dem O und dem I.

16.07.2014
  • Ulla Steuernagel

Diese beiden haben es in sich. Sie sind doppeldeutig. Königin Kunigunde I heißt nicht Kunigunde Iiih, sondern Kunigunde die Erste. Und jeder weiß, dass der Ort, an dem „00“ steht, Null-Null und nicht Oh-Oh heißt.

Doch ausgerechnet das Dokument, das die eigene Identität grausam auf ein paar Zeichen reduzieren und die größtmögliche Fälschungssicherheit bringen soll, ist von zweideutiger Natur. Es geht schon damit los, dass die sogenannte Pass- „nummer“ eine Mischung aus Ziffern und Buchstaben ist. Und eben weil das Ganze „alphanumerisch“ angelegt ist, handelt es sich um einen auslegungsbedürftigen Text.

Nehmen wir an, die Passnummer wäre „X3Z5G0TT“. Dann werden die Meisten die drittletzte Position vermutlich als Oh lesen. In der Zeitungsschrift erkennt man den Unterschied zwischen 0 und O, die Null ist schlank, das O ist rund. Doch im Pass der Bundesrepublik Deutschland sind solche feinen Unterschiede nicht vorgesehen. Auf den Bildern unten ist links die Null und rechts das O zu sehen.

Nun wäre das alles kein Problem, wenn irgendeine übergeordnete Instanz sagen würde: O und 0 ist doch alles eins. Wer jedoch seine Passnummer in den Online-Visums-Antrag (esta) für die USA eingeben will, wird im entsprechenden Fenster darauf hingewiesen, dass zwischen 0 und O zu unterscheiden ist. Man muss allerdings Passbehördencomputergedanken lesen können, um den Unterschied auszumachen. Oder man muss die Computerprogramme der US-Einreisebehörden klauen, die das Dokument elektronisch entziffern – dann allerdings wäre man ein Spion und dürfte erst recht nicht einreisen.

Tatsache ist, dass ein O-Fehler harmlosen Tübingern fast die Einreise in die USA vermasselt hätte, wenn sie nicht massiv auf der Aufklärung des Problems bestanden hätten. Sie hatten beim Ausfüllen des Visums-Antrags eben nicht nach der gut im Internet versteckten Seite des Bundesinnenministeriums gefahndet. Auf der steht nämlich, dass aus Gründen der Verwechslungsgefahr und zur Vermeidung sinntragender Wörter weder Vokale noch die Buchstaben B, D, Q, S in den Passnummern vorkommen dürfen.

Da auch das Tübinger Bürgeramt Neu-Passinhaber nicht auf die Zweideutigkeit und die daraus folgenden Probleme hinweist, empfiehlt sich also unbedingt eine Eigen-Passkontrolle nach dem Merksatz: Du bist immer eine Null – jedenfalls in deiner Passnummer!

Das Pr0blem mit der Passk0ntr0lle
Verwirrung im Pass: Links eine Null, recgts ein O

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16.07.2014, 12:00 Uhr

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