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Funde der Tübinger Forscher stammen von seit 1929 vermisstem Skifahrer

Das Rätsel um den Toten in der Höhle bei Salzburg ist gelöst

Die Höhlen-AG der Gewerblichen Schule in Tübingen hat jetzt Gewissheit: Die Knochen, die Mitglieder im vergangenen Oktober in einer Höhle am Untersberg fand, stammen von einem seit 1929 vermissten jungen Skifahrer aus Salzburg.

12.01.2015

Tübingen. Die Hoffnung auf Aufklärung trog nicht. DNA-Untersuchungen der Salzburger Gerichtsmedizin erbrachten am Ende, dass es sich bei dem Toten um einen 1907 geborenen Salzburger handelt. Er war im März 1929 zu einer Skitour auf den Salzburger Hausberg aufgebrochen, von der er nicht zurückkehrte.

Die Ermittlungen waren kompliziert. Es dauerte, bis ein Rätsel geklärt werden konnte. Zwar lebt ein heute 99-jähriger Bruder des seit fast 86 Jahren vermissten Skifahrers noch. Allerdings passte seine DNA nicht zu der des Skeletts. Daher untersuchten die Gerichtsmediziner auch die DNA der heute 94-jährigen Schwester des Vermissten. Das Ergebnis: Sie und der mit 21 Jahren Gestorbene sind Vollgeschwister, der 99-Jährige ist ein Halbbruder. Der Hintergrund: Ihre Mutter hatte nach dem Tod ihres ersten Mannes dessen Bruder geheiratet, wie österreichische Zeitungen berichteten.

Die Tübinger Höhlen-AG mit ihrem Leiter, dem Lehrer Manfred Brenner, hat großen Anteil an der Klärung des Falls. Sie stieß Anfang Oktober vergangenen Jahres (wie berichtet) auf eine unerforschte Höhle. Die benannte sie nach ihrem Schulleiter Horrer-Schacht. Bei der ersten Erkundung fanden die Forscher in rund 70 Metern Tiefe Metallteile von einer Skibindung und Reste von Lederschuhen. Dem maßen sie noch keine Bedeutung bei.

Am 18. Oktober entdeckten die Tübinger mit dem Salzburger Höhlenspezialisten Georg Zagler in rund 250 Metern Tiefe ein paar verstreute Knochen – einen, der aussah wie ein Oberschenkel, und eine Schädeldecke, dazu Holzski und Spitzen der Skistöcke. Zagler, der im Juni 2014 an der Rettung eines schwer verletzten deutschen Höhlenforschers am Untersberg beteiligt war, informierte die Polizei. Er barg drei Wochen später mit einem Alpinpolizisten die Knochen und Überreste der Ausrüstung. Die Tübinger Höhlen-AG will ihre Forschung am Untersberg fortsetzen. Sie hofft, einen Zustieg zu einer anderen Höhle zu finden.kai

Das Rätsel um den Toten in der Höhle bei Salzburg ist gelöst
In der Tiefe des Horrer-Schachts, benannt nach dem Schulleiter der Gewerblichen Schule in Tübingen, entdeckten Mitglieder der Höhlen-AG Teile eines menschlichen Skeletts. Archivbild

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12.01.2015, 12:00 Uhr

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