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Märchen mit Weißen Luftballons

Das Schauspiel Stuttgart zeigt Erich Kästners Kinderbuch-Klassiker "Pünktchen und Anton"

So kann Theater für Kinder sein: weder kindisch noch belehrend. Stuttgart zeigt "Pünktchen und Anton" - als Großstadtstory mit Herz und Hirn.

23.11.2015
  • OTTO PAUL BURKHARDT

Stuttgart "Nur wer erwachsen wird und Kind bleibt, ist ein Mensch." Erich Kästner hat das gesagt, und sein Kinderroman "Pünktchen und Anton" (1931) gehört zu seinen beliebtesten Texten. Am Stuttgarter Schauspiel führt nun Hanna Müller Regie, republikweit unterwegs mit neuer Dramatik und Kindertheater.

So locker, leicht und intelligent, wie sie den Klassiker für Leute ab sieben Jahre inszeniert hat, dürfte er im Schauspiel ein Publikumsbringer werden. Vielleicht wirkt Hanna Müllers Regie deshalb so luftig, weil sie den Text nicht ins Heute zerrt. Sie erzählt diese Freundschaft zwischen armen und reichen Kindern im zeitlosen Irgendwo und lässt ihr so ihren märchenhaften Reiz.

Kästners Großstadt ist ein Jahrmarkt mit Swingcombo und weißen Luftballons. Und Anton (Christian Czeremnych) verkauft Zeitungen ins Publikum: "Macht eine Mark, überweisen Sie's mir einfach!"

Klar gibt es kleine Änderungen: Herr Pogge, Pünktchens Vater (Sebastian Röhrle), ist kein Spazierstock-, sondern ein Schrauben-Fabrikant, der ständig an Werbeslogans feilt. "Rein und raus, rein und raus, das macht der Pogge-Schraube gar nichts aus!" Weder er noch seine exaltierte Gattin (Marietta Meguid) kümmern sich um die quirlige Tochter Pünktchen (Caroline Junghanns). Manchmal ist's wie im Kasperltheater. Wenn dem armen Anton das mühsam erarbeitete Geld von einer Schnorrerin geklaut wird, dann schlagen die kleinen Zuschauer kräftig Alarm. Und wenn dann noch der Bösewicht Robert behauptet "aber ich liebe Kinder!", haben auch die Erwachsenen, die da an einen gewissen Herrn Mielke denken, ihren Spaß.

Der Saal tobt, wenn die tapfere Köchin Berta (Rachel Ohm) dem Räuber Robert mit einer Pfanne eins überbrät. Und die sozialkritischen "Nachdenkereien" Kästners am Rande? Die übernimmt Herr Zeigefinger (Florian Rummel) im Varieté-Plauderton. So wirkt die Stuttgarter Inszenierung, garniert mit eingängigen Songs, ermutigend - als Geschichte einer Freundschaft, die soziale Grenzen überbrückt.

Info Nächste Vorstellungen am 26. und 29. November.

Das Schauspiel Stuttgart zeigt Erich Kästners Kinderbuch-Klassiker "Pünktchen und Anton"
Ein lockeres, leichtes, intelligentes Kinderstück. Foto: Bettina Stöß

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23.11.2015, 12:00 Uhr

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