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Exklusiv wohnen in der Stadt

Das Siedlungswerk feierte Bauprojekt am Österberg

Ein kleines Festzelt mit Catering und Musik, Ansprachen und Spatenstich: Das Siedlungswerk zelebrierte am Dienstag den offiziellen Beginn der Bauarbeiten am Österberg: Die Aussicht ins Neckartal ist fürstlich, die Preise sind es auch.

22.09.2010
  • Eckhard Ströbel

Tübingen. Voraussichtlich 110 Wohnungen als Maisonetten und Etagenwohnungen, als Doppel- und Reihenhäuser wird das Stuttgarter Siedlungswerk am südlichen Österberg zwischen Simon Hayum-Straße und Hundskapfklinge für fast 300 neue Bewohner errichten lassen. Der erste Abschnitt umfasst knapp die Hälfte der Behausungen, dessen Kosten werden mit 16 Millionen Euro angegeben.

Ein nicht unerheblicher Teil davon ist bereits verbaut. „Sie werden erstaunt sein, wie viel Material wir schon bewegt haben“, sagte der stellvertretende Siedlungswerk-Geschäftsführer Norbert Tobesch und strahlte mit der Sonne um die Wette.

Das Siedlungswerk feierte Bauprojekt am Österberg
Es war nicht der erste sondern der Erste Spatenstich am Hundskapf: Bürgermeister Lucke (zweiter) und Siedlungswerk-Vertreter Tobesch (dritter von rechts). Bild: Mozer

Das Gelände (Höhendifferenz über 30 Meter) ist steil. Hunderte Beton-Anker wurden oben in den Berg getrieben. Darunter wurde der Bauplatz stellenweise „modelliert“: Die geschredderte Betonhülle des Vorgängerbaus wird verfüllt und mit engmaschigen Kunststoff-Netzen gegen Abrutschen gesichert. Die neue Erschließungsstraße führt über Auffüllgelände.

Der Aufwand scheint sich zu lohnen. Laut Tobesch sind wenige Wochen nach Beginn der Vermarktung zwei Drittel der Wohnungen verkauft. Für das „attraktive Wohnen in bester Lage“ wird mit Nähe zur Innenstadt, zu Einkaufs-, Kultur- und Freizeitmöglichkeiten, zu Kindergärten und Schulen und mit der vorbeiführenden TüBus-Linie zu Zentrum und Bahnhof geworben.

Vor allem aber wird die Nachhaltigkeit des Projekts betont: Es werden keine neuen Flächen in Anspruch genommen. Die hochwirksam gedämmten Gebäude hängen an einem Nahwärmenetz mit Holzpellets befeuerter Zentrale. Einheizen wird die Immotherm, eine Tochtergesellschaft unter anderem von Siedlungswerk und Stadtwerken Tübingen.

Die Dächer werden für Fotovoltaik-Anlagen vorbereitet (künftiger Betreiber: Bürgerenergie Tübingen). Eine weitere SWT-Tochter, TüNet, legt Glasfaser-Datenkabel bis in jede Wohnung. Die Stadt richtet am Hundskapf einen Car-Sharing-Stellplatz mit Stromtankstelle ein. Schließlich stellt der Bauträger jedem Haushalt ein Elektrofahrrad vor die Türe.

Das alles hat seinen Preis, der deutlich in der oberen Hälfte des Tübinger Marktes liegt: Ein Reihenhaus oder eine Doppelhaushälfte (etwa 155 Quadratmeter Wohnfläche) mit kleinem Gartenanteil kostet zwischen 450 000 und 500 000 Euro. Etagenwohnungen gibt es bis jetzt mit drei oder vier Zimmern, von 80 bis über 160 Quadratmetern. Hier beginnen die Preise bei 275 000 und reichen je nach Lage bis über 730 000 Euro. Die Kalkulation basiert auf Quadratmeterpreisen von knapp unter 3000 bis über 4500 Euro. Alle Wohnungen haben Balkon oder Terrasse, Garage oder Carport.

Kurzum, man baue hier, so der Vize-Geschäftsführer, nicht nur eine „zukunftsweisende Wohnform“ für „Jung und Alt, Familien und Alleinstehende“, sondern auch „nachhaltig, das bedeutet auch anspruchsvoll, werthaltig und wertgeschätzt“. Tobesch: „Hier ist gut wohnen und investieren“.

Der Part des Tübinger Ersten Bürgermeisters Michael Lucke war es gestern, an die Entstehungsgeschichte des Projekts zu erinnern (siehe unten). So hörten die etwa hundert Gäste, mehrheitlich dunkelgewandete Männer der Planungs- und Baubranche, aber auch Nachbarn, künftige Bewohner und Kauf-Interessierte, schließlich noch die Schlussfolgerung, die Lucke zog: Als junger Verwaltungsbeamter hatte er das Altenheim des Landkreises kennengelernt, „damals ein gutes, das modernste Pflegeheim am Ort“. Es wurde nur 35 Jahre alt, „weil die Baulichkeit halt schwierig war“: „Nichts ist mehr für die Ewigkeit“.

In jedem Fall aber liege dieser Platz nun „auf der Sonnenseite“. So ungetrübt heiter sei die bisherige Zusammenarbeit des Quartetts Stadt, Landkreis, Samariterstift und Siedlungswerk gewesen. Alle vier, so Lucke, hätten ihren Gewinn aus der Veränderung gezogen. Den Bauhandwerkern wünschte der Bürgermeister „allzeit Unfallfreiheit!“ Dem Bauplatz, derzeit eher ein Steinbruch, dass er bald komplett bebaut sei und wieder ergrüne.

Vom Kreis-Altenheim zur Wohnsiedlung

1973 bis 2008 Haus am Österberg :130 Bewohner plus Mitarbeiter/innen.

Kreistagsbeschluss 2005: Neubau von zwei Nachfolgeeinrichtungen in der Weststadt und im Mühlenviertel. Wohnbebauung am Österberg.

2007: Stuttgarter Büro Auer & Weber gewinnt Planungswettbewerb.

2009: Bezug der vom Siedlungswerk gebauten, von der Samariterstiftung geführten Altenheime.

ab 2009: Abrissarbeiten am Österberg und aufwendige Vorbereitung des Bauplatzes am Steilhang.

Sommer 2010: Beginn der Vermarktung und des ersten Bauabschnitts der neuen Wohnsiedlung am Österberg.

Beginn des zweiten Abschnitts: 2011. Einzugstermine: Voraussichtlich im Sommer 2012 und Mitte 2013.

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22.09.2010, 12:00 Uhr

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