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Ein Wohnheim auf dem Schiebeparkplatz

Das Studentenwerk will an der Wilhelmstraße bauen

200 Wohnungen für Studenten und Gastwissenschaftler will das Studentenwerk Tübingen-Hohenheim auf dem Schiebeparkplatz an der Wilhelmstraße bauen. Das Grundstück gehört dem Land, mit dem das Studentenwerk derzeit verhandelt.

09.11.2015
  • Angelika Bachmann

Tübingen. Das Studentenwerk steht in den Startlöchern – muss sich allerdings vorab noch mit dem Grundstückseigentümer einig werden: Das Land soll dem Studentenwerk den Schiebeparkplatz in Erbbau-Regelung für 99 Jahre gegen Zinszahlungen überlassen – zu welchen Konditionen, darüber sei man derzeit in Verhandlungen, sagte Oliver Schill, Geschäftsführer des Studentenwerks. Rund 8000 Quadratmeter groß ist das Gelände. Etwa die Hälfte davon soll überbaut werden. Die andere Hälfte wolle das Land als Reserve- und Ausweichfläche für die Universität behalten.

Das Studentenwerk will an der Wilhelmstraße bauen
Kultstatus hat der Schiebeparkplatz zwischen Wilhelm- und Nauklerstraße – auch bei Nutzern von tagblatt.de, wo das 2011 produzierte Video„So funktioniert der Schiebeparkplatz“ mittlerweile 3000 Abrufe hat. Bald gehört es in die Abteilung „Geschichte“. Wo heute Autos parken, soll ein Wohnheim gebaut werden.

Dabei verfolgt das Studentenwerk ein neues Konzept. Neben hundert Wohnheimplätzen für Studenten sollen hundert Plätze in einem so genannten Boarding House entstehen. Im Gegensatz zu Wohnheimplätzen, bei denen ein zweijähriger Mietvertrag Standard ist, kann man sich dort auch für zwei bis drei Monate einmieten. Das Angebot richte sich insbesondere an ausländische Gastwissenschaftler und -Studenten, da diese auf dem freien Wohnungsmarkt so gut wie keine Chancen mehr hätten.

Wenn man sich mit dem Land einig werde, wolle man so bald wie möglich starten, so Schill. Wobei bis zur Fertigstellung nochmal vier bis fünf Jahre ins Land gehen dürften. Die Stadt wünsche sich, dass man dort architektonische Akzente setze. Das Grundstück liege an einer markanten Stelle und bilde am nördlichen Eingang zum Uni-Viertel ein „Tor zu Tübingen“. „Wir wollen deshalb einen Architekten-Wettbewerb ausschreiben“, sagt Schill.

So funktioniert der Tübinger Schiebeparkplatz

So funktioniert der Tübinger Schiebeparkplatz --

02:56 min

Er rechnet mit einem Investitionsvolumen von 18 bis 20 Millionen Euro, die das Studentenwerk über den Kapitalmarkt finanzieren will. Bereits in Reutlingen (9 Millionen Euro), in Rottenburg (1,4 Millionen Euro) und in Hohenheim (20 Millionen Euro) investiert das Studentenwerk derzeit in den Wohnheimbau.

Noch vor sieben Jahren hatte der damals neue Geschäftsführer des Studentenwerks dem Bau neuer Wohnheime keine Priorität gegeben. Das habe sich geändert, sagte Schill. Damals sei er allerdings auch von anderen Zahlen ausgegangen. Sowohl das Kultusministerium als auch die Universität hätten prognostiziert, dass nach einem vorübergehenden Anstieg der Studierendenzahlen durch den doppelten Abiturjahrgang die Uni mittelfristig nicht mehr als 25 000 Studierende haben werde. „Inzwischen sind wir schlauer“, so Schill. Man rechne mit 28 000 Studierenden – auch in den kommenden Jahren. Tübingen sei als Studienort außerordentlich beliebt geworden und habe durch die Erfolge in der Exzellenz-Initiative an Attraktivität gewonnen.

Das Studentenwerk will an der Wilhelmstraße bauen
Tübingen könnte bis zu 500 neue Wohnheimplätze brauchen, sagt Studentenwerks-Geschäftsführer Oliver Schill. Bild: Lorenz Leins

Er würde gerne noch mehr als die 200 Wohnheimplätze bauen, so Schill, mindestens 300, wenn die Möglichkeit bestünde sogar 500 – wenn es denn geeignete Baugrundstücke dafür gäbe. Die seien aber derzeit nicht in Sicht. „Wir wollen bevorzugt auf Landesflächen bauen“, sagte Schill. Müsste das Studentenwerk auf dem freien Grundstücksmarkt konkurrieren, läge man mit den Mieten jenseits der Sozialverträglichkeit. Weitere Grundstücke – außer dem Schiebeparkplatz – habe das Land aber nicht angeboten. Zwar habe das Land zahlreiche Ländereien, so Schill. Dort gebe es aber keinen Bebauungsplan.

Und wie sieht es mit Waldhäuser West aus – das der Verein „Tübinger Wirtschaft“ kürzlich als neue Siedlungsfläche ins Gespräch gebracht hat? Schill: „Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dort ein Studentenwohnheim zu bauen.“

Rund 3700 Wohnheimplätze hat das Studentenwerk in Tübingen. Es gebe Überlegungen, das Wohnheim an der Pfrondorfer Steige in Lustnau neu zu bauen. Dort gibt es derzeit 60 Plätze. Auf dem Grundstück hätte ein Neubau mit 100 Wohnungen Platz, so Schill. Dazu sei aber eine Änderung des Bebauungsplans notwendig. Zudem wolle man dem angespannten Wohnungsmarkt die 60 Plätze – die während der Neubauphase fehlen würden – nicht entziehen. Die Lustnauer Wohnungen sind mit 200 Euro zudem die günstigsten im Angebot des Studentenwerks. Diese Miete sei mit einem Neubau nicht zu halten.

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09.11.2015, 12:00 Uhr

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