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0:1 bei Atletico: Bayern erneut ohne Treffer im Hinspiel des Halbfinales

Das Tor bleibt zu

Mit einer neuen Startelf versuchte Pep Guardiola die Madrilenen zu überraschen. Doch der gewagte Plan des Bayern-Trainers brachte keinen Erfolg.

28.04.2016
  • ARMIN GRASMUCK

Madrid. Pep Guardiola geht volles Risiko. Es war bereits zwei Stunden vor dem Anpfiff, als die Startformationen der beiden Mannschaften nach außen gedrungen waren, deutlich zu erkennen. Der Trainer der Bayern versuchte die Gastgeber mit einer krassen Personalrochade in der ersten Elf zu überraschen. Kein Müller. Kein Ribéry. Die namhaften Angreifer saßen im Estadio Vicente Calderon erst einmal auf der Ersatzbank. Für sie rückten Kingsley Coman und Xabi Alonso in die Mannschaft. Guardiolas Idee schien klar: Er wollte Atletico überlisten, mit dem dicht gestaffelten Mittelfeld und laufstarken Außenstürmern, die Akzente setzen sollten. Wie wohl der Trainer wusste, dass er im negativen Fall der alleinige Sündenbock zu werden drohte. Im Halbfinale der Champions Legaue auf erfahrene und international respektierte Akteure wie Thomas Müller und Franck Ribéry zu verzichten, das wirkte ziemlich gewagt.

Mit ohrenbetäubenden Gesängen versuchten die Anhänger der Gastgeber in der ausverkauften Arena ihrerseits die Bayern zu beeindrucken. Schnell wurde klar, warum die Partien bei Atletico weit über die Landesgrenzen hinaus gefürchtet sind. Die Fans sangen, trommelten und pfiffen so laut und kräftig, dass die steilen Tribünen bebten.

In der elften Spielminute, als der pfeilschnelle Rechtsaußen Saul Niguez aus dem Mittelfeld im Höchsttempo an vier Bayern vorbei dribbelte und den Ball mit dem linken Fuß raffiniert und unhaltbar für Manuel Neuer flach in die linke Torecke zirkelte, wurde aus dem Jubelsturm ein Orkan. 1:0 für Atletico - da wirkte die Abwehr der Münchner dem tosenden Lärm zum Trotz noch wie im Tiefschlaf.

Die Bayern versuchten prompt zurückzuschlagen. Sie rückten etwas weiter nach vorn, drangen mehrfach in den Strafraum der Gastgeber ein, jedoch ohne gefährlich zum Abschluss zu kommen. Ein raffiniert angeschnittener Freistoß von Douglas Costa ließ in der 25. Minute die Ränge für den Bruchteil einer Sekunde verstummen, doch die Kugel landete nur im Außennetz. Es fiel auf, dass die Bayern zwar deutlich öfter am Ball, die Angriffe der Gastgeber jedoch durchweg gefährlicher waren. Wie in der 30. Minute: Da bewahrte Neuer mit einer starken Parade gegen Antoine Griezmann, der aus kurzer Distanz halbrechts angezogen hatte, die Münchner vor einem weiteren Gegentreffer. Den Vorsprung zur Halbzeit hatte sich Atletico redlich verdient.

Zu Beginn der zweiten Hälfte versuchten die Bayern vehement, das Kommando zu übernehmen. Sie schafften es, die Partie weit nach vorn zu verlagern und sich gute Chancen zu erspielen. In der 54. Minute knallte David Alaba den Ball aus knapp 30 Metern an die Latte. Zwei Minuten später kam Martinez nach einer Ecke frei zum Kopfball, doch Jan Oblak, Atleticos Torwart, hielt. Jetzt waren die Münchner am Drücker, die Gastgeber konnten nur noch auf Konter setzen. Guardiola nahm Coman raus, er brachte Ribéry - und wenig später Müller für Thiago. Es spielten praktisch nur noch die Bayern. Doch das Tor der Madrilenen blieb verschlossen. Fernando Torres hatte in der 75. Minute nach einem blitzsauberen Gegenstoß die Gelegenheit zum 2:0, sein Schuss landete am Pfosten.

Den Bayern fehlte am Ende die Kraft für den entscheidenden Ball. Wie in den zwei vergangenen Jahren blieben sie im Hinspiel des Halbfinales in der Königsklasse ohne Auswärtstreffer. In den Duellen gegen Real Madrid und den FC Barcelona schieden sie aus. Atletico können sie im Rückspiel am kommenden Dienstag noch bezwingen.

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28.04.2016, 06:00 Uhr

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