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Wallfahrt geht weiter

Das Weggental nach Wegzug der Franziskaner

Wie berichtet, zieht sich die Ordensgemeinschaft der Franziskaner 2016 aus dem Weggental zurück. Wie es weitergeht, ist noch unklar. Die Wallfahrtstradition soll jedoch fortgeführt werden, sagte Dompfarrer Harald Kiebler.

16.09.2014
  • dun

Rottenburg. Die Nachricht, dass sich die Franziskaner aus dem Weggental zurückziehen, sei recht überraschend gekommen, sagte Uwe Renz, Pressesprecher der Diözese. Erst im Juli sei es beschlossen worden. Diözese und Domgemeinde wissen es seit letzter Woche. Am Montagmorgen verlasen die Patres die Nachricht im Gottesdienst. Auch bei der Investitur der evangelischen Pfarrerin Stefanie Luz im Dom war es ein Thema.

1919 überließ die Domgemeinde dem Franziskanerorden Wallfahrtskirche und Kloster. Mit der Kündigung des Vertrags fallen die Gebäude an die Domgemeinde zurück. Es sei undenkbar, dass die Wallfahrtskirche nach dem Abschied der Franziskaner aus dem Weggental geschlossen werde, sagte Dompfarrer Harald Kiebler. „Wallfahrtsgottesdienste und -seelsorge müssen weitergehen.“ Wie das jedoch geschehen kann, ist noch völlig unklar. Ein anderes Konvent zu finden, dürfte schwierig sein,. Für das Kloster Weingarten konnte nach Schließung der Benediktinerabtei auch kein Nachfolger gefunden werden. Möglich wäre eine Personalaufstockung durch das Ordinariat oder, dass ein Priester der Diözese dort Dienst mache, sagte Dompfarrer Kiebler. „Das sei jedoch noch alles in den Wind geredet.“ Zwei Jahre bleiben den Verantwortlichen für eine Lösung.

Die Gebäude, in denen die sechs Franziskaner leben, sind sanierungsbedürftig. Das reiche von der Gebäudesubstanz und -isolierung, über die Elektrizität bis zu den sanitären Anlagen, sagte Kiebler. Auch die Barrierefreiheit fehlt. Was dort getan werde müsse, könne jedoch erst festgelegt werden, wenn die weitere Nutzung klar sei. Ob bei der Entscheidung der Provinzialleitung der Franziskaner, das Kloster im Weggental aufzugeben, auch der Sanierungsbedarf des Gebäudes eine Rolle spielte, wusste Kiebler nicht zu sagen. Als Grund der Klosterschließung nannte Provinzialminister Cornelius Bohl in einer Presseerklärung sinkende Mitgliederzahlen und den Altersdurchschnitt der Brüder.

„Die lange Wallfahrtstradition im Weggental muss auch ohne die Franziskaner fortgeführt werden“, sagte der Dompfarrer. Dazu gehört auch der jährliche Aufbau der Weggentalkrippe.

Siehe auch die Reportage in der Dienstagsausgabe des SCHWÄBISCHEN TAGBLATTS (16. September 2014)

Das Weggental nach Wegzug der Franziskaner
Seit 95 Jahren leben Brüder des Franziskanerordens im Weggental. Bis 1973 wohnten sie im alten Mesnerhaus, das heute die Emmaus-Kapelle beherbergt.

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16.09.2014, 12:00 Uhr

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