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Das abgespeckte Eigene

Kneipen-Konzerte Mit fünf Lokalen startet Gastronom Carsten Müller nächsten Samstag seine „Horber Nachtschicht“. Beim Kö23 passte sie aber nicht so recht ins Konzept.

19.11.2016
  • Gerd Braun

Carsten Müller erinnert sich noch lebhaft an jenen Samstag im Herbst des Jahres 2013. Da zog der Horber Gastronom der Band, die, so Müller, im Begriff war, sein Lokal leer zu spielen, den Stecker. Für den schaffigen und überaus Musik-affinen „Gleis Süd“-Wirt ein echter Tiefpunkt in der Horber „Kneipennacht“-Serie.

Kurz, zur Erinnerung: „Kneipennacht“ lautete der Titel einer Veranstaltungsserie, bei der der Besucher einmal pauschal einen Preis bezahlte und dafür in diversen Lokalitäten Live-Musik geboten bekam. 2015, Anfang Oktober, wurde die „Kneipennacht“ bisher letztmalig in Horb gefeiert. In diesem Jahr ist keine. Veranstalter Frank Ockert verzichtete auf eine Wiederholung, sagt: „Man muss sich von der Konzeption in einer Stadt auch mal verabschieden, wenn es die Gegebenheiten nicht hergeben.“

Stattdessen steigt am Samstag kommender Woche die „Horber Nachtschicht“. Organisiert wird diese federführend von Carsten Müller, der schon längere Zeit einen solchen Abend auf die Beine stellen wollte: „Das Konzept der ‚Kneipennacht‘ ist gut, nur die Umsetzung hat mir immer nicht so gut gefallen“, sagt Müller, der zur Überzeugung kam, dass „wir das selber gut organisieren können – wir brauchen da niemand von auswärts.“

Das Prinzip ähnelt dem der „Kneipennacht“: Für einmaligen Eintritt – im Vorverkauf zwei Euro günstiger als am „Nachtschicht“-Abend, dem 26. November – gibt‘s fünfmal Live-Musik in fünf unterschiedlichen Lokalitäten.

Müller hatte Kö23 eingeplant

Als Carsten Müller Ende September in der Redaktion der SÜDWEST PRESSE vorbeischaute, um die Serie seiner Herbst-/Winterkonzerte vorzustellen, sprach er allerdings noch von sechs bis sieben weiteren neben seiner eigenen Gaststätte mit Live-Musik an diesem Abend. Und zuvorderst erwähnte er das Kö23. Genau das aber macht nun doch nicht mit bei der „Nachtschicht“.

Dass Bernd Rausch als einer der größten Gastronomen in der Stadt nicht dabei ist, kam für Müller doch etwas überraschend. Rausch erklärt die Entscheidung gegen eine Teilnahme so: „Es ist einfach ein bisschen an den Umständen gescheitert, und es war auch ein bisschen ein zeitliches und organisatorisches Problem.“

Dazu fügt er an, dass er am heutigen Samstag die Mailänder Band „Old Sparkey“ – Beginn: 21 Uhr – bei sich zu Gast hat, und die spielt Rock und Blues. Und da für die „Nachtschicht“ am kommenden Samstag alleinig Rock- und Bluesbands zur Wahl gestanden hätten, passte die Veranstaltung einfach nicht ins Konzept. Seine Gäste wolle er zum einen nicht mit dieser musikalischen Stilrichtung überfrachten, so Rausch. „Wenn‘s geht und meine Kollegen nicht all zu böse sind, mache ich gerne beim nächsten Mal wieder mit“, kündigt Rausch an.

So bleiben am kommenden Samstagabend fünf Lokalitäten mit Live-Musik: Neben dem „Gleis Süd“ – hier spielt die Flowerpower-Band „Maybug“ – machen das „Café Haag“ („Eva & the Captain“; Rock, Pop, Soul), die „Pilsstube“ (Udo Seiler; Rock, Pop), die „Kulisse“ („Elephant in a Pitcher“; Mischung 80er-Jahre bis heute) und das „Catweazle“ (Tom Murray, Rock, Pop, Irish Folk“) mit.

Carsten Müller sieht in der Zahl von fünf Lokalen, die fußläufig ganz gut zu erreichen sind, auch Vorteile: Fünf Lokale könne man auch schaffen an einem Abend. Er hofft darauf, dass die Besucher, die teilweise durch den Horber Advent ohnehin schon in der Stadt sind, die Veranstaltung annehmen und ihr so eine Perspektive geben. Denn er würde das Event gerne jährlich wiederholen.

Frank Ockert ist skeptisch

Dass es eine Wiederholung in dieser Form gibt, da hat Veranstalter Frank Ockert mit seiner 13-jährigen Erfahrung und „Kneipennacht“-Veranstalter in rund 40 baden-württembergischen Städten, so seine Zweifel. Zumindest sind solche Abende, wie er sie organisiert, mit erheblichen Kosten verbunden, die auch wieder refinanziert werden müssen. Und mit nur vier bis fünf Kneipen gelinge das schlicht nicht. Zumindest mit dem Konzept Ockerts.

Er, so sagt der „Kneipennacht“-Macher, habe kein Problem damit, dass Carsten Müller das Event selbst organisiert; allerdings nimmt er es ihm übel, dass er gemeinsame Gesprächsangebote für eine Fortsetzung der Veranstaltungsserie abgelehnt habe. Ockert ist gespannt, wie die „Horber Nachtschicht“ ankommt und kündigt an: „Sollte es nicht funktionieren, ich stehe Gewehr bei Fuß.“

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19.11.2016, 01:00 Uhr

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