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Das deutsche Ei ist ein Preiswunder
Hühnerei Foto: Arcyd, Fotolia
Landwirtschaft

Das deutsche Ei ist ein Preiswunder

Trotz Veränderungen in der Hühnerzucht kostet ein Frischei aktuell so viel wie im Jahr 1950.

12.10.2016
  • DPA

München. Zerbrechlich, aber preisstabil: Seit 1950 hat sich der Preis eines Frischeis kaum verändert – allem Wandel in der Landwirtschaft und im Markt zum Trotz. Am Freitag, dem „Welttag des Eis“, werden die Produzenten wieder für den Eierkonsum werben. Doch von Nachholbedarf kann keine Rede sein: Deutschlands Legehennen produzierten vergangenes Jahr 12,9 Mrd. Konsumeier, berichtet Margit Beck. Und das, so führt die Branchenkennerin von „Marktinfo Eier & Geflügel“ weiter aus, reicht nicht aus: „Der Selbstversorgungsgrad in Deutschland liegt lediglich bei rund 70 Prozent.“

Das Ei ist ein Paradebeispiel für den Strukturwandel in der Landwirtschaft: Aus einem von Kleinbauern erzeugten Lebensmittel ist nun ein industriell gefertigtes Massenprodukt geworden. Nur jedes zehnte Ei stammt derzeit aus ökologischer Produktion. Industrialisiert sind inzwischen auch die Hühner selbst: Eine durchschnittliche Henne legte nach den Zahlen des Bauernverbands im Jahr 2014 etwa 293 Eier – 1950 waren es erst 120, wie im „Situationsbericht Landwirtschaft 2015/16“ des Bauernverbands nachzulesen ist.

So widersetzt sich das Ei den Gesetzen des Marktes: Es wird quasi nicht teurer, scheint resistent gegen die Inflation. 1950 habe ein Ei im Schnitt – von Pfennig umgerechnet – rund 11,2 Cent gekostet, sagt Expertin Beck. 2015 waren es 10,8 Cent, in der ersten Hälfte dieses Jahres stieg der Durchschnittspreis auf 12,8 Cent, doch war das wohl ein Einmaleffekt, eine Folge der Vogelgrippe, die im vergangenen Jahr in den USA 40 Mio. Hühner dahinraffte.

In der langfristigen Betrachtung ist der Kauf eines Eis für die Verbraucher freilich sehr viel billiger geworden, da die Einkommen stark gestiegen sind. 1970 musste ein Arbeitnehmer im Schnitt 22 Minuten für einen Karton Eier arbeiten, heute sind es noch vier.

Die Preisstabilität könnte mehrere Ursachen haben. Bis in die 80er Jahre seien die Erzeugerpreise in der Landwirtschaft in Brüssel reguliert worden und damit stabil geblieben, sagt Michael Lohse vom Bauernverband in Berlin. Und seither ist die europäische Landwirtschaft dem Wind des Weltmarkts ausgesetzt. Das hält die Erzeugerpreise niedrig. dpa

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12.10.2016, 06:00 Uhr

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