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Fasnetseröffnung

Das erste Horrido der Saison

Das streng gehütete Geheimnis um das Horber Grafenpaar ist gelüftet. Am Samstag eröffnete die Horber Narrenzunft die fünfte Jahreszeit.

14.11.2016
  • Dunja Bernhard

Daniel Wagner und Birgit Heinzelmann übernehmen dieses Jahr bis Aschermittwoch als Graf Rudolf von Hohenberg und Gräfin Ida von Toggenburg die Herrschaft über das närrische Horb. Erst seit einem halben Jahr sind der Organisator des Rosenmontagsumzugs und die Horber Hexe ein Paar. Noch pendeln sie zwischen ihren Wohnorten Ahldorf und Isenburg.

Kein Hindernis für Zunftmeister Eckard Bukenberger und seinen Vize Christoph Van Riesen, den beiden am Abend der „Langen Nacht der Lichter“ aufzulauern. Viel Bier, Asbach-Uralt und Sekt sei an jenem Abend geflossen, bevor die Adeligen in spe zugestimmt hätten, berichtete der Zunftmeister. Von drei Synchronschläfern am Tisch zu früher Morgenstunde wusste die Gräfin zu erzählen. Wer wann und wie lange geschlafen hatte, ließ sich am Samstagabend nicht mehr klären. Jeder Teilnehmer der feuchten Runde hat angeblich die anderen drei schlafend am Tisch abgelichtet.

OB als traurige Absperrbarke

Als Zunftmeister und Vize nach erfolgreicher Überredung den Weg nach Hause antreten wollten – es soll so gegen vier Uhr in der Früh gewesen sein – , konnten sie jedoch ihre Schuhe nicht mehr finden. Diese hatte Wagner in einem lichten Moment versteckt. Sockig mussten Bukenberger und Van Riesen den Heimweg antreten. Am Samstag bekamen sie ihre Treter zurück. Die Pagen Emilie Fröhlich und Leonie Zippel brachten sie mit.

Bis das Volk den neuen Herrschern bei der Horber Fasnetseröffnung zujubeln konnte, musste es sich am Samstag im gesteckt vollen Steinhaus zweieinhalb Stunden gedulden. Dass „Brot und Spiele“ die Untertanen gnädig stimmen, wussten schon die alten Römer. In Horb funktioniert das einfache Motto heute noch. Statt Brot gab es am Samstag so phantasievoll klingende Gerichte wie „Zwei Schwoba schwemmet im Teich“ (Maultaschen in Suppe) oder „Ha no des au no To Go“ (Wurstsalat mit Ofenbrot). Zur Erheiterung trug zunächst eine „traurige Absperrbarke“ bei. Obwohl Moderatorin Manuela Müller-Ferl ihm jegliche sängerische Qualität absprach, ließ Oberbürgermeister Peter Rosenberger es sich nicht nehmen, als singende Absperrbarke aufzutreten. David Daltoé an der Gitarre tat sein Bestes, den Schultes auf der richtigen Tonhöhe zu halten. Die Themen für seinen zwölf-strophigen Song konnte Rosenberger sozusagen das Jahr über auf der Straße sammeln: Autoschlangen in Bildechingen, Breitbandausbau in Dießen, gesperrte Autobahn zu den Ritterspielen. Die Horber wussten nur zu gut, wovon er sprach.

Er habe sich einen neuen großen Tank auf sein Motorroller gemacht, erzählte Karle Klartext (Stefan Fox) seinem Freund Tadäus Tacheles (Alexander Guth). Die auch als Foxi und Locke bekannten Narren traten als die „Die Zwei vom Marktstüble“ auf. Er sei dreimal im letzten halben Jahr liegen geblieben, weil „die Seggl von der Stadtverwaltung Umleitungen auszeichnen, do bischt gut und gern an halba Tag unterwegs“, sagte Karle. Und wann die Sperrung wieder aufgehoben werde, wisse im Rathaus niemand. „Morgen, in einer Woch‘ oder in acht“ habe er als Antwort bekommen.

Mit Hundehaufen, die überall herumliegen und sich wie Fango an nackte Zehen schmiegen, nahmen sie ein weiteres Horber Reizthema auf die sprichwörtliche Schippe. Und wenn Donald Trump Präsident von Amerika werden könne, rechne sich Mayk Herzog womöglich aus, die Stelle von Bürgermeister Jan Zeitler zu übernehmen, befürchteten sie. „Die Dollweck im Gemeinderat wählet den (umstrittenen Bauunternehmer) dann, ob der nicht vorhandenen Alternative“.

Gar als OB sahen die Turmschurken Donald Trump bei ihrem Politstammtisch. Den Sternenbanner schwingend trat ein Schurke als Trump-Double auf. Doch als er vorschlug, Mayk Herzog zum Bauamtsleiter zu machen, eine Shopping-Mall von Horb bis Ihlingen zu bauen und die viel zu laute und teure Fasnet abzuschaffen, schickten sie ihn zurück nach Amerika.

Keine Witze über Kollegen

Ganz ohne Worte kam der Sketch von den Stoabrecherinnen Jana Gudelius, Jana Schneiderhan, Sarah Kienzle und Isabell Noll aus. Im Zeitalter der Kurznachrichtendienste kommunizierten sie über beschriebene Plakate. Eine Rede lässt sich dann wortwörtlich halten, indem das Blatt, beschrieben mit dem Wort „Rede“, gehalten wird. Für Lacher sorgten aufgeschriebene Gedanken, die sonst im Geheimen bleiben. „Siehst du den Süßen da rechts?“ Doch der Angehimmelte denkt nur an „Bier“.

Hofmarschall Thomas Kreidler hielt sich dieses Jahr mit Seitenhieben gegen die Stadtverwaltung zurück. Er sprach stattdessen von klugen Entscheidungen und großer Harmonie im Rathaus. „Ihr merkt schon: Ich habe einen neuen Job“, sagte der City-Manager. Über Kollegen mache man sich nicht lustig.

Weiter geht es mit der Horber Fasnet am 6. Januar. Da werden traditionsgemäß die Masken abgestaubt. Am 4. Februar ist der Eröffnungsball in der Horber Rundhalle. Der Kartenvorverkauf beginnt am 21. Januar.

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14.11.2016, 01:00 Uhr

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