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Das große Zittern bei den Abstiegskandidaten
Abstiegskampf pur in der Bundesliga wie hier in der Begegnung zwischen Augsburg und Ingolstadt (in Rot). Vor dem Spiel morgen gegen den Hamburger SV hoffen die FCA-Fans auf die Rückkehr von Stümer Raul Bobadilla (rechts). Foto: dpa
Bundesliga

Das große Zittern bei den Abstiegskandidaten

Ein Drittel aller Vereine bangt noch um den Klassenerhalt. In Augsburg kommt es morgen zum „Gipfel“ gegen den HSV.

29.04.2017
  • GEROLD KNEHR

Mindestens sechs Mannschaften, spätestens seit gestern Abend auch die desaströsen Leverkusener, kämpfen in der Fußball-Bundesliga gegen den Abstieg. Nicht mehr zu retten sein dürfte der SV Darmstadt 98. „Wir sind zu 99,9 Prozent abgestiegen“, räumt Kapitän Aytac Sulu trotz des jüngsten 2:1 beim Hamburger SV ein. Alle anderen gefährdeten Teams jedoch haben sich noch nicht aufgegeben. Die letzten vier Spieltage im Tabellenkeller werden heiß werden. So wie die Begegnung am Sonntag in Augsburg. FCA gegen den Hamburger SV. Mehr Existenzangst, mehr Spannung, möglicherweise auch mehr Drama kann eine Fußball-Begegnung nicht bieten.

Dabei hatten sich beide Teams schon sicher gewähnt. Der FC Augsburg überwinterte auf dem zwölften Tabellenplatz und hatte fünf Zähler Vorsprung auf Relegationsplatz 16, den seinerzeit der Hamburger SV innehatte. Doch nur ein Sieg aus den letzten acht Begegnungen und lediglich fünf Punkte in diesem Zeitraum haben das Team von Trainer Manuel Baum auf Rang 16 und damit in akute Abstiegsgefahr gebracht.

Auch beim Hamburger SV dachte nach dem 2:1 gegen Hoffenheim am 28. Spieltag jeder, das Gröbste sei erledigt. Sechs Punkte aus sechs Spielen, das müsste locker zu schaffen sein, hatte Klubboss Heribert Bruchhagen vorgerechnet. Doch zwei Wochen und zwei Niederlagen in Bremen und gegen Darmstadt später ist die Lage genauso brenzlig wie in den Spielzeiten zuvor.

Die Augsburger haben von allen Abstiegskandidaten das schwierigste Restprogramm. Sie sind morgen zum Sieg verdammt, soll der Klassenerhalt auf direktem Weg, unter Vermeidung der Relegationsspiele gegen den Zweitliga-Dritten, gelingen. „Mit Sicherheit wird das ein Kampfspiel. Wir wollen eklig agieren“, kündigt Trainer Baum an.

Seine Spieler sind darauf eingestellt. So hat sich Abwehrspieler Konstantinos Stafylidis einen Irokesenschnitt nach dem Vorbild von Bayern-Spieler Arturo Vidal verpassen lassen. Er soll die Aggressivität dokumentieren, mit denen die Fuggerstädter dem HSV begegnen wollen. Antreten wird der FCA in einem Sondertrikot mit dem Schriftzug „Augsburg hält zusammen“. Mit diesem Slogan wird der Verein um Zusammenhalt in der Region. „Wir sollten es angehen wie ein Finale, das wir unbedingt gewinnen wollen“, sagt Kapitän Paul Verhaegh. Sein Trainer kann wieder auf die zuletzt gesperrten Alfred Finnbogason (Sturm) und Dominik Kohr (Mittelfeld) zurückgreifen. Auch beim lädierten Torjäger Raul Bobadilla besteht Hoffnung auf rechtzeitige Genesung.

Weniger emotional geht Hamburgs Trainer Markus Gisdol, der das Team Ende September mit nur einem Punkt übernommen hatte und der auch im Falle des Abstiegs bleibt, die Begegnung an. Beim 1:2 gegen Darmstadt vor einer Woche sei das Team „vom Kopf her wie gelähmt“ aufgetreten. Nun versucht er, etwas Druck aus dem Kessel zu nehmen. „Die Entscheidung fällt erst am 20. Mai. Es wird bis zum letzten Spieltag ein Kopf-an-Kopf-Rennen sein.“ Ein Handicap für die Norddeutschen ist, dass nach Stammkeeper René Adler (Rippenbruch) nun auch dessen Ersatz Christian Mathenia (Knieprellung) ausfällt. Deshalb muss Tom Mickel, der 28 Jahre alte Schlussmann des HSV-Regionalliga-Teams, ran. Er hat bisher ein Bundesliga-Spiel absolviert: am letzten Spieltag der vorigen Saison – in Augsburg! Das hatte der HSV mit 3:1 gewonnen.

Gezittert wird auch in Ingolstadt, in Mainz und beim VfL Wolfsburg. Dessen Coach Andris Jonker behauptet, auch vor dem Heimspiel heute (18.30 Uhr) gegen den FC Bayern gut zu schlafen. Die Münchner, die theoretisch heute Meister werden können, sind nach den jüngsten Rückschlägen momentan schwer zu berechnen. „Die Bayern werden heiß sein, den Sack hier zuzumachen“, warnt VfL-Angreifer Mario Gomez, der Ex-Münchner.

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29.04.2017, 06:00 Uhr

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