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Brigitte Koch präsentierte ihr neues Buch „Und die Flügel tragen weiter“

Das ist Handarbeit mit der Gosch

Die Autorin Brigitte Koch ist vom Hals abwärts gelähmt und schreibt trotzdem, überwiegend autobiografische Kurzgeschichten. Schlagfertigkeit, Lebensfreude und Humor sind ihre Stärken.

28.09.2012
  • Moritz Siebert

Reutlingen. Ihre Gedanken sind scharfsinnig, humorvoll, manchmal ironisch, ihre Geschichten fantasievoll, heiter, voller Lebensfreude und meist vom Alltag inspiriert. Bei Brigitte Koch stellt sich aber nicht nur die Frage, woher sie ihre Gedanken holt, sondern auch, auf welche Weise sie diese aufs Papier bringt. Koch, 1951 in Sigmaringen geboren, ist vom Hals abwärts gelähmt. „Da es mit dem Händen nicht mehr ging, habe ich es mit dem Mund versucht“, erklärt sie. Ihre ersten beiden Bücher hat sie an der Schreibmaschine geschrieben, „Buchstabe für Buchstabe mit einem Stöckchen zwischen den Zähnen“. Sie nennt es lapidar „Handarbeit mit der Gosch“.

Obwohl ihre Zähne unter dem Schreiben leiden, sei ihre Freude daran so groß gewesen, dass sie nicht aufhören konnte. Vor drei Jahren erstand sie schließlich einen Computer, den sie per Mundmaus steuern kann. „Die Kasse hat sogar gezahlt.“ An ihrem neuen Buch „und die Flügel tragen weiter“, die Fortsetzung ihrer Biografie „Wenn Träumen Flügel wachsen“, hat Koch zwei Jahre geschrieben. Am Mittwochabend präsentierte sie das Werk im Café Nepomuk. Die Lesung wurde live vom Radiosender Studio Achalm im „Lokalmagazin“ übertragen und von Frank Christoph Schnitzler (alias „Der Achalmritter“) moderiert, mit dem sie seit zwei Jahren befreundet ist. Er unterstützt sie, gestaltet ihre Homepage und übernahm am Mittwoch das Lesen für sie. Koch selbst fällt das Sprechen schwer, ihre Anekdoten und Kommentare, die sie während der Lesung immer wieder einwirft, kann man aber sehr gut verstehen. Über Schnitzler sagt sie: „Er macht mich zwar manchmal verrückt, aber das muss man halt aushalten.“

Die beiden gaben einen Querschnitt durch Kochs Schaffen. In ihrem Erstling mit dem Titel „Nur ein Witz“ erzählt sie unter anderem von einer Reise nach Gran Canaria. Herrlich ist ihr Sprachwitz: „Ich hatte mich da selbst etwas überrollt.“

Ihre beiden jüngsten Bücher sind ausschließlich autobiografisch und geben Einblick in ihren Alltag: „Er ist nicht gerade langweilig“, berichtet sie, „man darf halt nicht in der Ecke hocken.“ Ihr Ziel sei es, mit ihren Büchern den Menschen Mut zu machen und ihnen ein bisschen von ihrer Lebensfreude weiterzugeben.

Im Mittepunkt der Lesung stand Kochs neues Buch, auf dessen Titelseite ihr leer stehender Rollstuhl abgebildet ist. „Da bin ich mal abgehauen“, erklärt sie, „das gibt es bei mir manchmal.“ Schnitzler: „Ja die Brigitte träumt halt auch mal gerne.“ „Nein“, widerspricht sie ihm, „das ist Realität.“

Info: Die Bücher von Brigitte Koch

erscheinen nicht im Verlag und sind nur über die Homepage der Autorin (www.brigitte-koch.npage.de) oder direkt per E-Mail (brigitte_koch@gmx.net) erhältlich.

Das ist Handarbeit mit der Gosch
Brigitte Koch und Frank Christoph Schnitzler lesen gemeinsam. Bild:Haas

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28.09.2012, 12:00 Uhr

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