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Welt-Kultur-Gebirge

Das ist der Gipfel!

Im Wesentlichen besteht sie aus Kalk. So haben es Generationen von Schülern in der Schule gelernt. Aber irgendetwas müssen die Lehrer bei dem Versuch, ihren Schülern die Schwäbische Alb näher zu bringen, übersehen haben. Denn erst seit ein paar Tagen wissen wir: Was die Schule versäumt, machen die Touristiker wett.

14.12.2012
  • Bernd Ulrich Steinhilber

Die Alb, heißt es in der jüngsten Pressemitteilung des Schwäbische-Alb-Tourismus-Verbandes (SAT), sei nämlich ein Welt-Kultur-Gebirge und soll als solches „positioniert“ werden – als eine Marke also. Kein anderes Mittelgebirge, heißt es in der Mitteilung, verfüge über eine derart durchgängige und zeugnisreiche Siedlungs- und Kulturgeschichte.

Genau darum will sich jetzt der Reutlinger Landrat und SAT-Verbandsvorsitzende Thomas Reumann kümmern, wie er jüngst bei der SAT-Mitgliederversammlung in Blaubeuren ankündigte – wohl, weil er unter dem Einfluss aktueller Erfolgsmeldungen stand, möglicherweise aber auch, weil ihm Kalk allein einfach zu wenig ist, um das Gebirge attraktiv promoten zu können. Wie ihm dürfte es allen Tourismusmanagern ergehen, die sich aufgemacht haben, das Welt-Kultur-Gebirge zu erklimmen. Wenn auch die Pfade steinig sind, ist Reumann vom Erfolg der SAT-Strategie felsenfest überzeugt, wofür auch die nicht mehr ganz aktuellen Zahlen aus dem Jahr 2011 sprechen. Schon diese weisen gegenüber 2010 einen exorbitanten Zuwachs von 8,8 Prozent bei den Übernachtungen aus – ein „Spitzenplatz“ in Baden-Württemberg und ein statistischer Höhenflug obendrein: „Die Zahlen belegen, dass die Schwäbische Alb im Gesamtbild von Baden-Württemberg hervorragend bestehen kann“, wird Reumann in der Pressemitteilung zitiert. Und wer ist zuständig für das Gesamtbild? Eben.

Kein Wunder also, dass der Tourismusverband mutig mit neuen Superlativen aufwartet. Genügte dem schwäbischen Poeten Eduard Mörike mit Blick auf die Schwäbische Alb noch die „blaue Mauer“, um seiner Bewunderung Ausdruck zu verleihen, ist es beim Reutlinger Landrat schon die „Schallmauer“ – die „Schallmauer“ von vier Millionen Übernachtungen allerdings, die 2012 erstmals durchbrochen werden könne. Man darf also gespannt sein auf den Knall, der in den Kalk-Klüften des Welt-Kultur-Gebirges seinen Widerhall findet – und auf neue Superlative aus der Wortschmiede des Schwäbische-Alb-Tourismusverbands natürlich auch.

Das ist der Gipfel!
Das Welt-Kultur-Gebirge ist auch eine statistische Größe.

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14.12.2012, 12:00 Uhr

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