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„Das ist eine absolute Sensation“
Inventarkarte des Stadtmuseums Dresden aus dem Jahr 1911 mit einer Abbildung eines Schiffspokals. Foto: dpa
Fund

„Das ist eine absolute Sensation“

Der Dresdner Ratsschatz zählt zu den Kriegsverlusten. Mit einer Goélette ist nun ein Prunkstück aufgetaucht.

09.11.2016
  • DPA

Dresden. Nach rund 70 Jahren ist eine Kostbarkeit aus dem verschollenen Dresdner Ratsschatz aufgetaucht. Der silbervergoldete Schiffspokal aus dem 17. Jahrhundert wurde von Undercover-Fahndern des Bundeskriminalamtes auf der Antiquitätenmesse in Maastricht entdeckt. „Das ist eine absolute Sensation“, sagte der Direktor der Stadtmuseums Dresden, Gisbert Porstmann. Die Goélette war laut eines MDR-Berichts für 230 000 Euro von einer Galerie aus Bremen auf der Messe angeboten worden. Deren Herkunft sei ihm nicht klar gewesen, sagte Mitinhaber Volker Wurstel.

Das Stadtmuseum hat auf Anraten der Ermittler Strafanzeige wegen Diebstahls und Verdachts der Hehlerei gegen die Bremer Galerie gestellt. „Die Verfahren laufen noch“, sagte Porstmann. Die Stadt hat gegen eine Einstellung des Strafverfahrens Widerspruch eingelegt. Nach Ansicht des Amtsgerichts Bremen kann die Galerie laut MDR nicht belangt werden, weil sie den Pokal gutgläubig erworben hat.

Sollte der Eigentumsanspruch nicht anerkannt werden, will Porstmann sofort in Widerspruch gehen – und zur Not mit der Galerie verhandeln: „Keine Frage, wir wollen den Pokal zurück.“ Die 37 Zentimeter hohe, vom Nürnberger Goldschmied Tobias Wolff geschaffene Goélette sei Teil des Schatzes, den Bürger seit 1600 zusammengetragen haben. „Das ist ein Stück Identität von Dresden.“ Die insgesamt mehr als 100 Einzelteile waren bis 1945 in Kisten verpackt im Keller des Rathauses gelagert – dann verschwunden.

Bisher wurden die Stücke in Russland vermutet. „Nun deuten Indizien darauf hin, dass das Rathaus damals geplündert wurde und sich die Stücke in Dresden oder Europa befinden.“ Es geht um einen millionenschweren Schatz, zu dem etwa Venezianische Gläser und Goldpokale gehören. Drei der Stücke kehrten zu DDR-Zeiten zurück. dpa

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09.11.2016, 06:00 Uhr

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