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Das ist international üblich

Studiengebühren Uni-Rektor Bernd Engler begrüßt die Vorschläge von Wissenschaftministerin Theresia Bauer.

11.10.2016
  • Angelika Bachmann

Sollen Studierende, die aus dem Nicht-EU-Ausland kommen, künftig an baden-württembergischen Universitäten Studiengebühren zahlen? Der Rektor der Tübinger Universität, Bernd Engler, steht diesem Vorschlag der baden-württembergischen Wissenschaftsministerin Theresia Bauer, „wohlwollend gegenüber“. Die Situation in Deutschland sei eine „Ausnahmesituation“, für deren Beibehaltung es keine guten Gründe gebe.

Für Studierende aus Entwicklungsländern seien freilich Sonderregelungen sinnvoll, so Engler. „Aktuell haben wir zum Beispiel 25 Studierende aus dem Jemen, 15 aus Ägypten und vier aus Gabun. Da können wir vermutlich keine Studiengebühren verlangen“, so Engler. Weitere Sonderregelungen gelten für Studierende in Austauschprogrammen, die für ein oder zwei Semester in Tübingen sind. Sie würden weiterhin Gebührenfreiheit genießen – weil Tübinger Studierende im Gegenzug an deren Heimatuniversitäten ebenfalls ohne Studiengebühren aufgenommen werden. Bei Studierenden, die mit einem Stipendium in Deutschland sind, würden Studiengebühren im Normalfall in die Zuwendungen eingepreist, so Engler. So entstünden keine Nachteile für die Studierenden.

Im vergangenen Wintersemester waren rund 3716 ausländische Studierende an der Universität Tübingen eingeschrieben (bei rund 28400 Studierenden entspricht das einem Anteil von rund 13 Prozent). Davon kamen 1628 aus dem nicht-europäischen Ausland. Damit ist der Anteil der ausländischen Studierenden in den vergangenen Jahren etwa gleich geblieben: Im Wintersemester 2006/07 waren 3376 der Studierenden aus dem Ausland – bei einer Gesamtzahl von 24300 Studierenden.

Die Internationalisierung ist einer der wesentlichen Pfeiler der Entwicklungsstrategie der Tübinger Universität, auch in der Exzellenzinitiative. Partnerschaften mit Universitäten auf der ganzen Welt sowie dem Aufbau internationaler Studiengänge wird von Seiten des Rektorats große Bedeutung beigemessen. Das umfasst Kurzzeitprogramme für ausländische Studierende bis hin zu Kooperationen von Forschungsabteilungen.

Die Einführung von Studiengebühren für ausländische Studierende würde diese Auslandsbeziehungen nicht beeinträchtigen, so Engler. Es werde vielleicht einen anfänglichen Rückgang der Einschreibungen geben. „Unser Hauptaugenmerk liegt allerdings bei den Masterstudierenden und den Doktoranden, die sich die Universität Tübingen aus gutem Grund aussuchen“, so Engler. Und die würden von Studiengebühren, die jetzt im Gespräch seien, nicht abgeschreckt. Wissenschaftministerin Theresia Bauer hatte Gebühren in Höhe von 1500 Euro pro Semester in den Raum gestellt. „Ein viel größeres Problem für uns ist, dass Studierende, die bereits ein Stipendium haben und nach Tübingen wollen, nach einigen Wochen entnervt wieder abreisen, weil sie hier keine Wohnung bekommen“, so Engler.

Bauer hatte zudem vorgeschlagen, für ein Zweitstudium nach einem abgeschlossenen Erststudium Studiengebühren zu verlangen. „Es geht hier nicht um Studienfachwechsler“, so Engler. Wenn Studierende, die sich nicht entscheiden können, wo sie sich im Berufsleben verankern sollen, nach ihrem Studium motiviert werden, nicht an der Universität zu parken, sei das ja auch kein Fehler, so Engler.

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11.10.2016, 01:00 Uhr

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