Fußball

„Das ist so ein Bullshit!“

VfB-Stürmer Mario Gomez wettert nach dem nächsten aberkannten Tor gegen den Videoassistenten.

18.12.2019

Von DPA

Stuttgart. „Ein Witz“, „einfach Bullshit“ und schlichtweg „bescheuert“ – Mario Gomez war nach dem 1:1 gegen den SV Darmstadt außer sich. Der Grund für den Zorn des ehemaligen Nationalstürmers in Diensten des Fußball-Zweitligisten VfB Stuttgart: In der 66. Minute wurde sein Tor nach Videobeweis wegen einer hauchdünnen Abseitsstellung nicht gegeben. Es war bereits der fünfte Gomez-Treffer, der in den vergangenen drei Spielen vom „Video Assistant Referee“ (VAR) zurückgenommen wurde. „Die Leute kommen ins Stadion, weil sie Tore sehen wollen. Und wenn wir jedes Mal wegen zwei Zentimetern zurückpfeifen – das ist ein Witz“, schimpfte der aufgebrachte Gomez. Derzeit liege einfach so viel Druck „auf diesem bescheuerten Videobeweis“.

Allerdings hatte in diesem Fall bereits der Linienrichter die Fahne gehoben und auf Abseits entschieden, der Videoassistent hatte dessen Entscheidung schließlich bestätigt. Wenn es keinen Videobeweis gäbe, dann wäre das für ihn in Ordnung, denn dann würden sich die Entscheidungen für und gegen die Stürmer ausgleichen, sagte Gomez. Aber mit der jetzigen Situation könne er sich nicht abfinden: „Das ist einfach so ein Bullshit!“

Der Deutsche Fußball-Bund reagierte prompt und lud Gomez in den Kölner Keller ein. „Wir können ihm gerne erklären, wie der Video-Assistent und die kalibrierte Linie funktionieren“, sagte Jochen Drees, Projektleiter Videobeweis beim DFB: „Er kann sich auch selbst mal an eine Arbeitsstation setzen und Abseitspositionen bewerten. Er ist herzlich willkommen.“

Folgenschwere Entscheidung

Hätte der Treffer gezählt und Stuttgart gewonnen, wären die Schwaben zum Abschluss der Hinrunde noch auf Rang zwei gesprungen. So muss sich der Bundesliga-Absteiger mit Relegationsplatz drei begnügen. Doch allein am Videobeweis lag es nicht, dass der VfB sich mit einem Punkt zufriedengeben musste. „Wir waren nicht mehr so kompromisslos vor dem gegnerischen Tor, wie wir uns das gewünscht hätten“, sagte Trainer Tim Walter mit Blick auf die zahlreichen ausgelassenen Torgelegenheiten im zweiten Durchgang. „Was fehlt, ist am Ende der Ertrag.“ Und auch der verhinderte Torschütze Gomez räumte ein: „Wir hätten das Spiel dennoch gewinnen können oder gar müssen, mit den Chancen, die wir hatten.“ dpa

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18.12.2019, 06:00 Uhr
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zuletzt aktualisiert: 18.12.2019, 06:00 Uhr

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