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Das unbekannte Mädchen

Das unbekannte Mädchen

Mix aus Sozialdrama und Krimi über eine junge Ärztin, die sich am Tod eines afrikanischen Mädchens mitschuldig fühlt.

Das unbekannte Mädchen

La Fille Inconnue
Belgien 2016

Regie: Luc Dardenne, Jean-Pierre Dardenne
Mit: Adèle Haenel, Olivier Bonnaud, Jérémie Renier

106 Min. - ab 12 Jahren

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15.10.2016
  • Klaus-Peter Eichele

Jenny (Adèle Haenel) opfert sich für ihre Patienten in einem Arbeiterviertel von Lüttich wahrlich auf, doch irgendwann braucht auch ein Arzt mal Ruhe, damit er nicht vor Erschöpfung falsche Diagnosen stellt. So entscheidet sie, als es spätabends an der Praxistür klingelt, nicht zu öffnen.

Ein fataler Fehler, denn anderntags wird die Hilfesuchende, eine junge Afrikanerin, mit zertrümmertem Schädel in der Nachbarschaft gefunden. Überwachungsbilder zeigen, wie sie zuvor panisch vor Unbekannten geflohen war. Von schlechtem Gewissen geplagt, beschließt Jenny in Miss-Marple-Manier herauszufinden, wer diese papierlose Frau war – damit wenigstens ein Name auf ihrem Grabstein steht.

Der daraus resultierende Krimi-Plot ist der schwächere Teil des neuen Films der belgischen Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne („Zwei Tage, eine Nacht“). Für einen Thriller fehlt den begnadeten Sozialrealisten offensichtlich das handwerkliche Rüstzeug und wohl auch ein ernsthaftes Interesse. So erinnert das ganze, zumal wenn die Auflösung naht, doch unschön an einen „Tatort“.

Viel stärker ist der Film, wenn auf Jennys Erkundungsgängen und Hausbesuchen ein Milieu zum Vorschein kommt, in dem eine warme Wohnung nur gegen Vorauskasse zu haben ist und sich Familien in fortgeschrittenem Zerfallsstadium befinden.

Vor allem aber huldigen die Dardennes ihrer Hauptfigur, die, statt sich auf ihren Privilegien auszuruhen, Zeichen der Humanität in inhumanen Verhältnissen setzt. Vor einem Heiligenbild bewahrt den Film Frankreichs Shooting-Star Adèle Haenel, die mit betont nüchternem Spiel jeden Ansatz von Gutmensch-Pathos im Keim erstickt.

Krimi können die Dardennes definitiv nicht. Aber der Blick aufs Inhumane ist durchdringend wie eh und je.

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15.10.2016, 01:01 Uhr

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02.01.2017

18:23 Uhr

Janne schrieb:

Spannende Idee, doch die Geschichte wird zunehmend öde und der Fluss ferät ins Stocken. War froh als der Film zu Ende war.



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