Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Das wachsame Auge des Staates am Roulettetisch
Sandra Sawallisch kontrolliert mit dem Saalchef die Tischlage eines Spieltischs. Foto: dpa
Aufsicht

Das wachsame Auge des Staates am Roulettetisch

Ein ungewöhnlicher Job: Finanzbeamtin Sandra Sawallisch kontrolliert die Spielbank Stuttgart.

02.01.2017
  • DPA

Stuttgart. Nur noch wenige Minuten bis zum ersten Spiel. Der Saal in der Spielbank Stuttgart ist in dezentes Licht gehüllt. Die Croupiers machen sich bereit. Sandra Sawallisch ist schon höchst konzentriert. Die Finanzbeamtin ist quasi das Auge des Staates an den Spieltischen. Sie kontrolliert die Spielbank in dessen Auftrag. Das wachsame Auge eines Finanzbeamten ist Pflicht in Deutschlands Spielbanken.

Doch das bringt gewöhnungsbedürftige Arbeitszeiten mit sich.Spielbank Stuttgart, 14.45 Uhr: Bevor die ersten Einsätze gemacht werden können, lässt sich die 33-Jährige von den Croupiers an den Roulette-Tischen den Ersteinsatz vorzählen. Satte 100 000 Euro – aufgeteilt auf jeder Menge blauer, grüner, gelber und roter Plastik-Spielmarken.

Auch in den beiden anderen baden-württembergischen Spielbanken in Baden-Baden und Konstanz liegt die Kontrolle seit 1996 bei Finanzbeamten. Fälle von Untreue sind nicht bekannt, wie Ingbert Stolz berichtet. Er ist Chef des Finanzamts Baden-Baden, das sozusagen die Oberaufsicht im Land hat.

Nicht selten wird es vier oder fünf am Morgen, bis Sandra Sawallisch daheim ist. „Die Schichten müssen einem liegen“, sagt sie über ihren ungewöhnlichen Arbeitsplatz, den sie selbst als „exotisch“ bezeichnet. Am Ende des Abends ermittelt sie zusammen mit dem Kassierer und dem Saalchef den Bruttospielertrag, damit die Spielbankabgabe an das Land Baden-Württemberg in richtiger Höhe berechnet werden kann.

Im Jahr 2015 hatte die Spielbank Stuttgart einen Bruttospielertrag im klassischen und im Automatenspiel von 37 Millionen Euro. Die Spitzengewinne bewegen sich im sechsstelligen Bereich. 285 000 Besucher verzeichnete die Spielbank in Stuttgart 2015. Insgesamt nahm das Land 78,31 Millionen Euro durch seine Spielbanken ein.

Selbst spielen darf Sandra Sawallisch freilich nicht. Wie für die anderen Mitarbeiter ist das Spielen hier für sie untersagt. Sie würde aber auch gar nicht wollen. Nicht mal Lotto spiele sie. „Es reizt mich einfach nicht“, sagt sie – und ist deshalb bestens geeignet für den Job der Kontrolleurin hier. dpa

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

02.01.2017, 06:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Wirtschaft im Profil

Die aktuelle Ausgabe unseres Business-Magazins Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball