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Wetter in Bayern und Österreich

Dauereinsatz gegen den Schnee und das Eis

Noch immer versinken Bayern und Österreich im tiefsten Winter. In der Schweiz kracht eine Lawine in ein Hotel. Für Sonntag werden weitere Niederschläge erwartet.

12.01.2019

Von DPA

Der schwere Schnee kann zur Lebensgefahr werden: Einsatzkräfte, wie hier im österreichischen Rosenau, müssen Gebäudedächer von der Last befreien. Foto: Werner Kerschbau/Fotokerschi.At/APA/dpa

Schnee, wohin man sieht: Die Feuerwehr, das Technische Hilfswerk und die Bundeswehr sind im Dauereinsatz. Straßen sind gesperrt, Flüge müssen gestrichen werden.

Rund 300 Meter breit ist die Lawine, die im Schweizer Kanton Appenzell in ein Hotel kracht. Drei Menschen werden leicht verletzt, schreibt die Schweizer Nachrichtenagentur SDA. Die Schneemassen begraben zudem mehrere Autos und Teile des Restaurants. Rettungsteams suchen mit Lawinenspürhunden und technischen Spezialgeräten nach möglichen Verschütteten. Hotelgäste werden aber nicht vermisst.

Der 48-jährige Fahrer eines Schneeräumfahrzeugs verunglückt in Lenggries in Oberbayern tödlich. Sein Wagen kippt auf einer Brücke der B307 um. Die Feuerwehr kann den Wagen erst mithilfe eines Krans heben und den Fahrer befreien. Er erliegt im Krankenhaus seinen Verletzungen.

Eine Schülergruppe aus Witten im Ruhrgebiet wird vom österreichischen Bundesheer mit zwei Hubschraubern aus einem Hochberghaus im Almtal ins Tal geflogen. Seit Samstag hat die 66-köpfige Gruppe, die für einen Skikurs nach Oberösterreich gekommen war, in einer Hütte festgesessen. Eine Bergung mit schweren Fahrzeugen war nicht möglich.

Die Lawinengefahr in Österreich sinkt leicht. Im freien Gelände bleibt es dennoch äußerst gefährlich. „Der Schneedeckenaufbau ist extrem labil, und Lawinen können ganz leicht ausgelöst werden“, sagt Michael Butschek vom Lawinenwarndienst Salzburg. Auch in Bayern nimmt die Lawinengefahr nach Einschätzung von Experten ab: In den Berchtesgadener Alpen gilt noch Warnstufe 4, ansonsten Warnstufe 3.

Der Katastrophenfall wird auch in Garmisch-Partenkirchen ausgerufen. Das Landratsamt übernimmt die Koordination der Hilfs- und Rettungseinsätze. Weitere angekündigte Schnee- oder Regenfälle könnten die Situation verschärfen. Nach Miesbach, Bad Tölz-Wolfratshausen, Traunstein und dem Berchtesgadener Land ist es der fünfte oberbayerische Landkreis mit Katastrophenalarm.

Rund 800 Kräfte von Bundeswehr, Technischem Hilfswerk, Feuerwehr und anderen Organisationen sind im Raum Berchtesgaden im Einsatz und befreien Hausdächer von schwerer Schneelast. Am Freitagabend sind noch 350 Gebäude bedroht. Der Schnee lastet mancherorts mehr als einen Meter hoch auf den Dächern.

Zahlreiche Waldgebiete sind auch im Vogtland in Sachsen gesperrt. Viele Bäume seien bereits unter der Schneelast zusammengestürzt, sagt ein Sprecher des Landratsamtes in Plauen.

Vollsperrung auf der A8 im Bereich des Chiemsees: Wegen heftiger Schneefälle stecken Autofahrer in der Nacht auf Freitag stundenlang im Stau fest. Rettungskräfte sind im Einsatz. Die Autobahn muss nach mehreren Unfällen voll gesperrt werden. Auch der Bahnverkehr bleibt auf vielen Strecken Bayerns unterbrochen.

An den Flughäfen in München und Frankfurt werden am Freitag jeweils rund hundert Flüge gestrichen. Grund seien die schwierigen Witterungsverhältnisse.

Für die Nacht zum Sonntag erwartet der Deutsche Wetterdienst große Tiefausläufer, die kräftigen Schneefall in den Alpenraum und den Bayerischen Wald bringen. Am Sonntag könne die Schneefallgrenze auf 1200 Meter steigen, darunter werde es regnen. Während Sachsen in den Mittelgebirgen zusätzliche 20 Zentimeter Neuschnee erwartet, könnte in den höheren Lagen in Bayern stellenweise mehr als ein Meter Schnee hinzukommen. dpa

Die schönen Seiten des Schnees: Rodeln auf der Wasserkuppe in Hessen. Foto: Uwe Zucchi/dpa

Eingeschneit in Berchtesgaden: Seit Freitag gilt hier der Katastrophenfall. Foto: Lino Mirgeler/dpa

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Erstellt:
12. Januar 2019, 06:00 Uhr
Aktualisiert:
12. Januar 2019, 06:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 12. Januar 2019, 06:00 Uhr

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