Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen

Magere Zeiten

Dauerhaft auf niedrige Renditen einstellen

Niedrige Zinsen, Digitalisierung, Regulierung: Deutschlands Banken stehen magere Zeiten ins Haus. Ein Stellenabbau scheint unausweichlich.

17.11.2015

Von ROLF OBERTREIS UND DPA

Frankfurt Die Banken stehen dank der Regulierung und deutlich höherer Kapitalanforderungen stabiler da als vor der Finanzkrise. Sie arbeiten aber längst nicht so effektiv wie es die Regulierung, die anhaltende Niedrigzinsphase und die Digitalisierung erforderlich machten.

Zum Auftakt der Euro Finance Week übten führende deutsche Banker zwar Selbstkritik, aber sie forderten auch, bei neuen Auflagen für die Geldhäuser ein geringeres Tempo an den Tag zu legen. Deutsche Bank Co-Chef Jürgen Fitschen sagte, die Regulierung habe ihren Preis - notfalls bedeute er Stellenabbau.

Einig waren sich die Banker, dass sie sich wohl noch auf längere Zeit auf niedrige Zinsen einstellen müssen. "Da können wir nichts ändern", sagte Fitschen. Laut Herbert Hans Grüntker, Vorstandschef der Landesbank Hessen-Thüringen, greife dies tiefer in das Bankgeschäft ein als man bislang vermutet habe. "Wir werden uns dauerhaft auf niedrigere Renditen einstellen müssen." DZ Bank-Chef Kirsch erwartet, dass die Volks- und Raiffeisenbanken in den nächsten Jahren 2500 Filialen schließen müssen. Nach Ansicht von Roland Boekhout, Vorstandschef der ING-DiBa, müssen die Banken noch viel effizienter werden. "Da ist noch nicht so viel passiert."

Deutschlands Banken wehren sich unvermindert gegen Brüsseler Pläne zu einer gemeinsamen Einlagensicherung in Europa. "Den Grundsatz, dass Solidität vor Solidarität geht, muss die Kommission noch lernen", kritisierte DZ-Bank-Chef Wolfgang Kirsch. 14 von 28 EU-Staaten haben bislang noch kein funktionierendes nationales System zum Einlagenschutz. Die EU-Kommission will noch in diesem Jahr ein Konzept zu einem grenzüberschreitenden Schutz von Spargeldern vorlegen.

Wolfgang Kirsch, DZ-Bank-Chef: Solidität geht vor Solidarität. Foto: dpa

Zum Artikel

Erstellt:
17. November 2015, 12:00 Uhr
Aktualisiert:
17. November 2015, 12:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 17. November 2015, 12:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen