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Tübingen

Hirnforschung. Dem Zittern auf der Spur

Wissenschaftler des Tübinger Hertie-Instituts erhielt Preis für Parkinson-Forschung.

28.12.2018

Von uja

Für seine Forschungen über das bei Parkinson-Kranken charakteristische Zittern der Hände wurde jetzt der Tübinger Wissenschaftler Georgios Naros mit dem Preis der Deutschen Akademie für Neurochirurgie ausgezeichnet. Naros hat gemeinsam mit Kollegen vom Universitätsklinikum Tübingen und dem Hertie-Institut für klinische Hirnforschung die Mechanismen untersucht, die dazu führen, dass der charakteristische Tremor bei entspannter Muskulatur auftritt und wieder verschwindet, wenn die Muskeln angespannt werden, weil der Patient eine zielgerichtete Bewegung ausführen will.

Das interdisziplinäre Tübinger Team um den Neurochirurgen Professor Alireza Gharabaghi und den Neurologen Priv. Doz. Dr. Daniel Weiss konnte zeigen, dass der „subthalamische Kern“, eine Hirnregion unterhalb des Thalamus, in einer Frequenz von 5 bis 8 Hertz Signale an die Muskulatur sendet und damit das Zittern auslöst. Mit der „Tiefen Hirnstimulation“ (die auch als „Hirnschrittmacher“ bekannt ist) kann man diese Signale künstlich überschreiben und damit den Tremor beseitigen. Offenbar, so die aktuellen Ergebnisse, sendet aber auch die Muskulatur während einer Bewegung hochfrequente Signale von 30 bis 40 Hertz an das Gehirn und unterdrückt dadurch auf natürliche Weise ebenfalls den Tremor.

Die neuen Erkenntnisse könnten besonders für Parkinson-Patienten mit schwerwiegendem Zittern der Hände von Bedeutung sein, bei denen keine Tiefe Hirnstimulation durchgeführt werden kann. Denkbar ist beispielsweise, dass über ein Armband die gleichen Signale an das Gehirn gesandt werden, die normalerweise bei einer Bewegung auftreten. Ob ein solcher Ansatz den Patienten tatsächlich hilft, auch in Ruhe nicht zu zittern, werden die Tübinger Wissenschaftler in Zukunft erforschen.

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Erstellt:
28. Dezember 2018, 17:39 Uhr
Aktualisiert:
28. Dezember 2018, 17:39 Uhr
zuletzt aktualisiert: 28. Dezember 2018, 17:39 Uhr

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