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Dem südlichen Nachbarn drohen harte Zeiten
Bald könnte die Grenze ganz geschlossen sein. US- Patrouille nahe San Ysidro. Foto: dpa
Mexiko

Dem südlichen Nachbarn drohen harte Zeiten

Donald Trump hat aus seiner Verachtung für Latinos nie einen Hehl gemacht. Das wird nun zum Problem, denn die Handelsbeziehungen sind traditionell eng.

11.11.2016
  • DPA

Mexiko Stadt. Der Alptraum der Mexikaner ist wahr geworden: Donald Trump wird der nächste Präsident der USA. Er hat aus seiner Verachtung für Latinos nie einen Hehl gemacht, will zehntausende Einwanderer ohne Papiere abschieben und droht mit dem Bau einer Mauer an der Südgrenze. Mexiko muss sich auf harte Zeiten gefasst machen.

„Der Triumph von Donald Trump ist eine sehr schlechte Nachricht für Mexiko“, sagt der Politikwissenschaftler Mauricio Merino der Hochschule Cide in Mexiko-Stadt.

Mexiko und die USA pflegen ein ambivalentes Verhältnis. Es ist geprägt von gegenseitiger Abhängigkeit, Minderwertigkeitskomplexen in Mexiko, gelegentlicher Überheblichkeit in den USA und engen wirtschaftlichen, kulturellen und sozialen Austauschbeziehungen.

Trump hat in seinen hitzigen Wahlkampfreden viel Porzellan zerschlagen. „Mexiko schickt uns nicht die besten. Es schickt Menschen, die viele Probleme haben. Sie bringen Drogen, sie bringen Kriminalität, sie sind Vergewaltiger“, sagte er. Und: „Mexiko ist nicht unser Freund.“ Die beiden Länder trennt die verkehrsreichste Grenze der Welt, das Handelsvolumen beträgt mehr als 532 Milliarden US-Dollar, 34,6 Millionen Menschen mit mexikanischen Wurzeln leben in den Vereinigten Staaten. Probleme wie die organisierte Kriminalität und illegale Migration lassen sich nur gemeinsam lösen.

Nach dem ersten Schock muss sich Mexiko nun neu sortieren. Vor allem die protektionistische Haltung Trumps in Wirtschaftsfragen macht die mexikanischen Unternehmer nervös. Der Immobilien-Mogul hat angekündigt, das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (Nafta) neu verhandeln oder sogar kündigen zu wollen.

Mexiko profitiert allerdings von Nafta. Rund 80 Prozent seiner Exporte gehen in die Vereinigten Staaten. Die Ansiedlung zahlreicher Fabriken wie beispielsweise von Automobilherstellern sind der Nähe zum US-Markt und der Zollfreiheit in der Region geschuldet. Für Mexiko war die Nähe zu den Amerikanern schon immer Fluch und Segen zugleich. Oder wie der mexikanische Diktator Porfirio Díaz einst sagte: „Armes Mexiko, so fern von Gott und den Vereinigten Staaten so nah.“ dpa

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11.11.2016, 06:00 Uhr

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