Dettingen · Seelsorgeeinheit Empfingen-Dießener Tal

Den Dienst ernst genommen und treu ausgeübt

Im Rahmen einer Messfeier in der Dettinger St.-Peter-Kirche wurde Diakon Karl Gemeinder entpflichtet. Er äußerte den Wunsch, dass die katholische Kirche künftig auf Frauen zum Diakonat zulässt.

01.08.2020

Von Michael Henger

Pfarrgemeinderatsvorsitzende Ulrike Brendle dankte Diakon Karl Gemeinder für seinen Diakondienst in der Seelsorgeeinheit Empfingen-Dießener Tal und überreiche ihm Blumen und einen Gutschein. Bild: Michael Henger

Ein weiterer Lebensabschnitt ging mit dieser Messfeier für den Dettinger Karl Gemeinder zu Ende. Seinen Dienst als Diakon mit Zivilberuf gab der 70-Jährige altersbedingt und mit gesundheitlichen Einschränkungen belastet zum Monatsende Juni auf.

Schreiben des Generalvikars

Das Entpflichtungsschreiben von Generalvikar Axel Mehlmann vom Erzbistum Freiburg ging Karl Gemeinder bereits zu. Mehlmann schrieb: „Sie haben Ihren Dienst als Diakon ernst genommen und treu ausgeübt. In all den Jahren war es Ihnen stets wichtig, Zeugnis zu geben für Jesus Christus und zu einem Leben aus seinem Geist zu ermutigen. Ihr diakonaler Dienst wird von den Menschen geschätzt.“

2001 wurde Gemeinder vom Weihbischof Dr. Paul Wehrle im Freiburger Münster zum Diakon der Dettinger Kirchengemeinde St. Peter geweiht. Bald kamen die Kirchengemeinden Dettlingen und Dießen dazu und danach die Gemeinden der ehemaligen Seelsorgeeinheit St. Ulrich Betra. „Viele Menschen haben mich in all den Jahren begleitet
und Gott hat mich begleitet. Dafür bin ich sehr dankbar“ sagte Gemeinder.

Schätze in jedem Leben

In seiner Predigt ging er auf die Frage ein: Was ist mein Schatz? Er ermunterte die Gläubigen auch in ihrem Leben nach den Schätzen zu forschen, sie zu finden und zu hüten. Im Rückblick auf seine 70 Lebensjahre zeigte der seine Schätze auf. Mein frommes Elternhaus mit seiner kleinen Landwirtschaft war ein großer Schatz, so Gemeinder.

Ein Schatz war auch der Ministrantendienst, auch wenn es ihm jedes Mal schlecht wurde, bis er selbst das Weihrauchfass schwingen durfte.

Die Schul- und Ausbildung zum Bankkaufmann und der Kontakt zur Kolpingsfamilie waren für den Diakon ein Schatz. Selbst der Wehrdienst war ein Lebensschatz.

Nach der Ausbildung zum Krankenpfleger arbeitete er in den Krankenhäusern in Ravensburg, Tegernsee und Gailingen. 15 Jahr leitete Gemeinder die Horber Sozialstation. Danach sehnte er sich nach einer Aufgabe ohne Leitungsverantwortung, und diese fand er als Krankenpfleger im Krankenhaus Horb bis zur Schließung und danach bis zur Rente zwei Jahre lang im Krankenhaus Freudenstadt.

1983 zog die Familie nach Dettingen und zwei Jahre später wurde er zum Pfarrgemeinderat gewählt. 1986 kam der Lektorendienst dazu und 1987 übernahm Gemeinder auch den Kommunionhelfer. 1995 übernahm er auch den Wortgottesdienstleiter.

Bereits 1990 hatte Pfarrer Gerd- Werner Stoll ihn ermutigt, die Kurse zum Diakon zu besuchen, und im November 2001 war es soweit und Karl Gemeinder wurde zum Diakon geweiht. Der wöchentliche Einsatz als Diakon mit Zivilberuf betrug rund sechs Stunden.

In all den Jahren waren die Menschen die wertvollsten Perlen, so Gemeinder. Er dankte allen die in dieser Zeit ihn begleitet und unterstützt haben. Wünschenswert wäre, dass die katholische Kirche ihre Schatzkiste öffnet und auch Frauen zum Diakonat zulassen würde.

Wie geht es nach Gemeinders Entpflichtung weiter? Ansprechpartner ist jetzt das Pfarrbüro in Empfingen. Karl Gemeinder hilft noch bei Trauerfeiern aus, wenn das Seelsorgeteam nicht übernehmen kann. Im Dießener Tal übernimmt er weiterhin die Krankenkommunion und für Gottesdienste in Dettingen steht er weiterhin auf Wunsch zur Verfügung. Natürlich ist Karl Gemeinder in Notfällen weiterhin ansprechbar.

Die feierliche Messe feierte Dekan Alexander Halter und Kaplan Ghislain Eklou mit. Musikalisch umrahmte die Herrenschola unter Chorleiter und Organist Thomas Müller die Messe. Die Querflötensolistin Katrin Gugel (Dießen) beeindruckte mit ihrem Solostück die Messefeier.

Zum Schluss der Feier dankte die Pfarrgemeinderatsvorsitzende Ulrike Brendle dem scheidenden Diakon Karl Gemeinder für seine Diakonstätigkeit. Sie meinte: Du bist ein Schatz mit der Gabe offen, ehrlich, hilfsbereit im Beruf und als Diakon zu sein.

Brendle wünschte Gemeinder einen schönen Ruhestand und übergab Blumen und ein Gutschein als Dank und Anerkennung für die geleistete Arbeit als Diakon.

Zum Artikel

Erstellt:
1. August 2020, 01:00 Uhr
Aktualisiert:
1. August 2020, 01:00 Uhr
zuletzt aktualisiert: 1. August 2020, 01:00 Uhr

Artikel empfehlen

Artikel Aktionen