Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden. OK Weitere Informationen
Den Schatz erhalten
Vorbildliche Arbeit für den Erhalt der Streuobstwiesen: Das Mössinger Netzwerk Streuobst erhält den Kulturlandschaftspreis. Bild: Franke
Auszeichnung

Den Schatz erhalten

Das Netzwerk Streuobst hat für sein Modellprojekt „Energiebündel und Flowerpower“ den Kulturlandschaftspreis bekommen.

13.10.2016
  • Amancay Kappeller

Eine ganze Reihe regionaler Politprominenz war am Dienstagabend bei der Verleihung des Kulturlandschaftspreises in der Aula des Quenstedt-Gymnasiums versammelt. Ausgezeichnet wurde das Mössinger Netzwerk Streuobst für sein Modellprojekt „Energiebündel und Flowerpower“ zur Gewinnung von Biomasse aus Schnitt- und Mähgut. Seit 2005 setzt sich der Verein für die Pflege und den Erhalt der etwa 40000 Streuobstbäume rund um Mössingen ein. Die Auszeichnung erhielt das Netzwerk Streuobst als eine von sechs Initiativen im Land. Ausgelobt wird der Kulturlandschaftspreis vom Schwäbischen Heimatbund und dem Sparkassenverband (siehe Info-Box).

Volker Kracht, Vorsitzender der Jury, stellte die Preisträger vor. Musikalisch umrahmt wurde die Preisverleihung vom Klarinetten-Ensemble der Jugendmusikschule Steinlach. Drei der in diesem Jahr ausgezeichneten Initiativen engagieren sich für Streuobstwiesen – darunter das Mössinger Netzwerk. Dort kümmere man sich vorbildlich um die Bäume und Wiesen, die für die Verarbeitung des Obstes entstandene Infrastruktur und die Vermarktung der Produkte, hieß es. Eingebunden sei der Schutz Zehntausender Bäume unter anderem durch praktische Hilfe wie eine Verpachtungsbörse für Baumwiesen im Internet oder ein Verleih von Geräten.

Josef Kreuzberger, Vorsitzender des Schwäbischen Heimatbundes, umriss in seiner Begrüßung die herrschende durchaus zwiespältige Einstellung zu den charakteristischen Streuobstwiesen im Land: „Die einen loben sie, oft vor allem die, denen sie nicht gehören, die anderen hätten sie vielleicht gerne los.“

Gurr-Hirsch hält Festansprache

Drei Viertel der Bäume auf den Streuobstwiesen seien schlecht oder gar nicht gepflegt. „Überall Pappelholz oder Chinagras für Hackschnitzel“, das sei aber keine Alternative, so Kreuzberger: „Die Streuobstwiesen müssen erhalten werden.“ Heimischen Apfelsaft zu trinken, helfe dabei, den Streuobstbau zu fördern und „den Stückles-Besitzern bei der Bewirtschaftung keine Steine in den Weg zu legen“.

Peter Schneider, Präsident des Sparkassenverbandes Baden-Württemberg, gratulierte allen Ausgezeichneten, ebenso wie Christoph Gögler, Vorsitzender des Vorstands der Kreissparkasse Tübingen. „Den Fluss des Lebens kann man nicht aufhalten, aber die Landschaft bewahren, die er geprägt hat“, zitierte Gögler Thomas Wolfgang Keßler. Den Preisträgern wünschte er, „dass sie vor Ort und in der Region Nachahmer finden“.

Oberbürgermeister Michael Bulander erklärte, Streuobstwiesen seien eine Kulturanlage, „aus der ohne unser Zutun nichts wird“. Das Netzwerk Streuobst habe nicht nur ein Bewusstsein für diese Wiesen geschaffen, sondern in der Praxis auch Verbesserungen erreicht. Engagierte Arbeit zum Erhalt der Kulturlandschaft könne aber nur gelingen, wenn zum einen die Politik für entsprechende Bedingungen sorge – und sich zum anderen genügend Abnehmer für regionale Produkte fänden. Die Festansprache hielt Friedlinde Gurr-Hirsch (CDU), Staatssekretärin im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz. „Die Kulturlandschaften sind ein Schatz, der unbedingt erhalten werden muss“, sagte sie. Bedroht seien nicht nur Streuobstgebiete. „Ziel der Landesregierung ist es, dieses einmalige Erbe zu bewahren und an kommende Generationen weiterzugeben.“ Neben unzähligen Tier- und Pflanzenarten sei es vor allem der Mensch, der von der ihn umgebenden Natur und Landschaft profitiere. Vor allem eine erfolgreiche Vermarktung könne dazu führen, Streuobstwiesen zu erhalten.

Der Preis und seine Träger

Seit 1990 wird der Kulturlandschaftspreis jährlich an Bürger aus Württemberg verliehen, die sich in der Landschaftspflege engagieren. Jeder Preisträger erhält ein Preisgeld von 1500 Euro, das die Sparkassenstiftung Umweltschutz zur Verfügung stellt. Ausgezeichnet wurden dieses Jahr neben dem Mössinger Netzwerk Streuobst die Aalener Schäferei Rieger, der Staffelsteiger Verein Esslingen, der Schwäbische Albverein Bisingen und Ulrike und Kurt Lenski aus Salem am Bodensee. Der Sonderpreis „Kleindenkmale“ ging an Projekte in Frittlingen, Kirchheim unter Teck und Freudenstadt. Mit dem Jugendkulturlandschaftspreis wurde die Jugendgruppe des Nabu in Lauda-Königshofen ausgezeichnet. Weitere Infos unter www.schwaebischer-heimatbund.de.

Sie möchten diesen Artikel weiter nutzen? Dann beachten Sie bitte unsere Hinweise zur Lizenzierung von Artikeln.

13.10.2016, 01:00 Uhr

Sie müssen angemeldet sein, um einen Leserbeitrag zu erstellen.
Anmelden
Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar zu verfassen.
Anmelden
 

 

 
Video-News: Aus Land und Welt
Heute meistgelesenNeueste Artikel
Wirtschaft im Profil
Wirtschaft im Profil

Die aktuelle Ausgabe unseres Business-Magazins Wirtschaft im Profil
Bildergalerien
Videos
Single des Tages
date-click
Video-News: Fußball