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Verein empfiehlt regionale Genossenschaften zur Einsparung und besseren Nutzung von Energie

Den schlafenden Riesen wecken

Investoren gewinnen, um den Energieverbrauch zu senken - dieses Konzept verfolgt der Arbeitskreis für umweltbewusstes Management - mit Erfolg.

28.11.2015
  • FM

Noch ist die Energieeffizienz ein schlafender Riese. Ihn zu wecken, hat sich der Verein B.A.U.M. (Bundesdeutscher Arbeitskreis für Umweltbewusstes Management) zum Ziel gesetzt. Die Idee: In einer Region schließen sich Geldgeber, Unternehmen, Kommunen, Kammern, Kirchen, Stadtwerke, Bürgerverbände und Privatpersonen zu einer Energie-Effizienz-Genossenschaft zusammen. Im ersten Schritt sammeln sie Kapital und investieren dieses in Maßnahmen zur Energieeinsparung - von effizienteren Heizanlagen über stromsparende Beleuchtung und Geräte bis hin zu verbrauchsarmen Produktionsprozessen oder CO2-neutralen Werkshallen, Schulen oder öffentlichen Gebäuden.

Sind Projekte identifiziert, ihre technische Machbarkeit samt Energieeinsparung geprüft, wird das Kapital investiert. Der Nutznießer kann ohne Eigenkapital starten. Bis die Investition bezahlt ist, erhält die Genossenschaft 90 Prozent der eingesparten Mittel, zehn Prozent bekommt der Nutzer. Danach kommt ihm die Energieeinsparung komplett zugute. Den Anlegern zahlt die Genossenschaft mindestens vier Prozent Rendite.

Die Potenziale, Energie effizienter einzusetzen, seien immens, rechnet der B.A.U.M.-Vorsitzende Prof. Maximilian Gege vor. Das Einsparvolumen in Deutschland beziffert er auf jährlich 30 bis 50 Milliarden Euro. Positive Nebeneffekte solcher Investitionen seien die Schaffung neuer Arbeitsplätze mit guten Zukunftsaussichten, der Verbleib von Kapital in der Region und zusätzliche Steuereinnahmen für den Staat. Zudem sinke der Geldabfluss an Energieimporteure sowie die Abhängigkeit von diesen. Allein der Austausch der Hälfte der 14 Millionen ineffizienten Heizanlagen würde einen Umsatz von 70 Milliarden Euro erzeugen und dem Staat 13,3 Milliarden zusätzliche Mehrwertsteuer-Einnahmen bescheren.

In drei Pilotregionen - dem Kreis Berchtesgadener Land und den Städten Aachen und Norderstedt - existieren solche regionalen Genossenschaften. Der oberbayerische Landkreis hat es sich bereits 2001 zum Ziel gesetzt, die Energieversorgung bis 2030 zu 86 Prozent auf erneuerbare Träger umzustellen. Der Bedarf an Endenergie soll in 15 Jahren durch Einsparmaßnahmen im Wärmebereich um 32 Prozent, bei Strom um 20 Prozent verringert werden. Der CO2-Ausstoß soll von 10,6 Tonnen - Durchschnitt in Deutschland - auf 5,5 Tonnen sinken.

Zu den Projekten der Genossenschaft zählen längerfristige Maßnahmen, aber auch einfache wie das Umrüsten einer Hotelanlage in der Ferienregion auf LED-Leuchten und eine Poolabdeckung. Die Investition hat sich bereits nach 13 Monaten amortisiert, sagt Manuel Münch, Klimaschutzmanager des Landkreises.

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28.11.2015, 08:30 Uhr

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